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Weka, Maus und Co im Abel Tasman National Park

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Abel Tasman National Park

Über Ostern haben wir in 4 Tagen den Great Walk durch den Abel Tasman National Park gepackt. Die Gegend heißt zu Recht Golden Bay, denn hier gibt es wirklich einen goldenen Sandstrand nach dem anderen und tropischen Regenwald. Die Herausforderung bei dieser, vom Department of Conservation als leicht eingestuften, 60 km Wanderung, bestand für uns darin, dass wir das Zelt mitnehmen mussten (die Hütten waren ausgebucht) und Regen angesagt war. Zum Glück hatte ich mir (ungeheurer teure) neue Wanderschuhe gekauft, sodass wenigstens die Füße immer warm blieben, aber der Reihe nach. Am ersten Tag sind wir morgens bei Nebel mit einem Water Taxi von Marahau nach Totaranui gefahren und dann in ca. 2 Stunden nordwärts bis Mutton Cove gewandert. Eine toller, wenig frequentierter Abschnitt des Tracks mit Bilderbuchbuchten. Man will eigentlich lieber schwimmen gehen, statt zu wandern. Leider lag auf diesem Weg auch ein toter Wal an einem der Strände. Wir haben später von einem Ranger erfahren, dass vor 4 Wochen ca. 80 Wale am Farewell Spit gestrandet und verendet sind und dies einer dieser Wale ist und hier hergetrieben wurde. Von Mutton Cove aus sind wir dann am nächsten Tag südwärts den ganzen Track quasi rückwärts gelaufen. Diese Entscheidung lag darin begründet, dass wir von den Gezeiten abhängig waren. Beim Abel Tasman Track muss man eine sehr große Bucht bei Ebbe passieren, weil es wirklich keinen High Tide Track gibt. So ein Fluss sieht ja erst einmal nicht so kraftvoll und tief aus, aber da täuscht man sich gewaltig. Ich hatte mir die Hose nur bis zum Knie hoch gekrempelt – lächerlich. Wir standen bauchnabeltief und schwankend im Wasser. Jeder Schritt war abenteuerlich, weil sich die Strömung barfuß nur bedingt gut meistern lässt. Unsere Rucksäcke hatten sich wunderbar vollgesogen mit Wasser und endlich auf der anderen Uferseite angekommen waren wir nass und durchgefroren. Die Survivalbags im Rucksack (übersetzt treffend Überlebenstüten) haben aber perfekt dicht gehalten und es war alles trocken!!! DOC sei Dank. Der Zeitplan war dahin (es hatte viel länger gedauert als gedacht), aber wir haben uns dann in zwei Stunden wieder warm gelaufen und in einer stock dunklen Nacht ohne Mondschein das Zelt mit einer Taschenlampe – mit plötzlichem Wackelkontakt (die Nässe?) – aufgebaut. In der Nacht gab es starken Regen und geschlafen haben wir, ob der Sorge um unser Zelt, nicht besonders. Am nächsten Morgen lagen dann die Nerven blank, weil sich Mäuse durch Nils Rucksack gefressen hatten und auch das Zelt mit zwei deutlichen Fressspuren beschädigt war. Dabei hatten wir nicht mal leckere Osterhasen oder Ostereier dabei, sondern nur Müsliriegel. Am Tag zuvor hatten schon Weka (Vögel) die Backcountry Speisen eines amerikanischen Paares zerfressen. Wir hatten, da wir das Zelt versehentlich offen gelassen hatten, eine Maus im Zelt und waren eigentlich auf der Hut, aber damit hatten wir nicht gerechnet. Alles war sehr gut verpackt und noch verschlossen. In der folgenden Nacht haben sich Mäuse durch Zelte von zwei anderen Familien gefressen, aber wir blieben verschont und konnten unsere Aufmerksamkeit wieder der Natur widmen. In Erinnerung bleiben natürlich nicht die Mäuse, sondern goldene Strände, der triefend feuchte Regenwald, schwüle Wärme, ein Lagerfeuer, eine abenteuerliche Flussüberquerung und der süße Geruch von vergorenen Äpfeln, der irgendwie in der Luft hing und wahrscheinlich von den Kanuka Bäumen herüber wehte. Doch wirklich: ein großer Spaß und nur zu empfehlen!

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Pukeko
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Mutton Cove

Berge, Fjorde, Wald – Der Kepler Track

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Baumgrenze / Te Anau

Bei Sonnenschein endlich die Baumgrenze erreichen und den Ausblick genießen – befreiend! Mit Ranger Peter Jackson den Sternenhimmel über der Luxmore Hut entdecken – magisch! Morgens um 7h30 den Sonnenaufgang erwarten – schön! Den Pass meistern und sich durch den grünen Wald zur Iris Burn Hut vorarbeiten – sportlich! Danach im Fluss baden und den Wasserfall bestaunen – erfrischend! Den Kepler Track nach 4 Tagen glücklich beenden – unbeschreiblich! Egal wo, geht wandern ihr Lieben! Raus aus dem Büro, hoch vom Sofa und draußen durchatmen. Wir haben den 60 km langen und wunderschönen Kepler Track hier im Fjordland in vier Tagen gemeistert, während der schnellste Läufer (den Rekord hält derzeit ein Australier) das in 4h30 schafft. Auf den Bergspitzen habe ich mich manchmal gefragt, wie das nur möglich ist. Dann habe ich mir wieder gesagt, dass die Läufer eben Sport treiben und nicht unbedingt lange die Ausblicke genießen wollen. Ich hingegen bleibe immer wieder träumend stehen und bewundere den nächsten vor mir liegenden Anstieg, das Tal oder die Kea (große Vögel und Luftakrobaten / nicht zu verwechseln mit den Kaka auf Stewart Island) und ich komme ja immer an mit meinem Rucksack. Womit wir auch schon bei den Hütten währen, über die man sich sehr freut und die alle sehr gut ausgestattet sind – mit Rangern die gerne Geschichten erzählen, Kochern in der Großraumküche und Matratzen in den Schlafräumen. Nach dem „großen“ Dinner mit netten Gesprächen, vor allem mit lebensfrohen Menschen wie Elke, und einer langen Nacht (das Solar betriebene Licht geht um 22 Uhr aus) wäre man am Morgen noch zufriedener, wenn nicht alle so verdammt früh aufstehen und mit ihren Plastiktüten nerven würden. Ich weiß nicht warum es alle immer so eilig haben. Was macht ihr Wanderer ab 15 Uhr in der Hütte, wo ihr doch noch die Ausblicke und den grünen Wald genießen könntet? Ach ja: das Wort REGEN ist noch nicht gefallen, weil wir bis jetzt weiterhin Glück haben mit dem Wetter. Einen Tag nachdem wir den Pass gemeistert hatten, hat es dort oben geschneit, aber wir sind trocken geblieben. Morgen wollen wir Richtung Milford Sound fahren und eine Tageswanderung machen. Das Auto fährt und sieht jeden Tag besser aus. Wir hoffentlich auch! Fotos folgen. Die Internetverbindung hier schafft das nicht und wir muessen auschecken. Liebe Gruesse!

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Sonnenaufgang / Luxmore Hut

Ulva Island – Tweet, Tweet

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Ulva Island
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Robin on a sign / Spatz auf einem Wegweiser

Imagine you walk through green forest and elegant fern and you can hear half-dozen different birds singing just for you almost all the time. In the beginning you can’t spot them, but as you walk around your eyes get used to the deep green and your ears track the flutter sounds and there they are: the robins, the wekas, the kakas, the bellbirds…that’s Ulva Island – a little paradise for a lot of native birds that are in danger here in New Zealand. We had to catch a ferry at 9 o’ clock in the morning to do this trip and we made sure that no rat was on board of our boat of cause. The rangers of the doc government department work a lot to help maintain Ulva Island a rat free area. The birds are an easy food source for rats, because they never had natural predators. Therefore they are not afraid and some of them, like the Kiwi, even can’t fly away. It was a wonderful sunny days and after six hours of walking and listing and was really sensitized for background sounds. I don’t hear a lot of background sounds here on Stewart Island either. I mean even in Oban there are almost no cars and definitely no trains or police car sirens or any kind of city sounds that you might think of…just the sea, the ferry and the sea-gulls. On Ulva Island it’s even less than that, because nobody is living there, but a few souls in one single house. Go there is you need silence and if you are a secret photographer by heart. I promise you gonna love it!

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Bird hiding under the leaves
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Weka on my way to West End Beach

Ulva Island – Ich glaub es zwitschert

Schließt die Augen stellt Euch vor, dass Ihr auf einer einsamen Insel angekommen seid und nun durch dichten grünen Wald wandert, auf Wegen die von den verschiedensten sehr großen bis sehr kleinen und zierlichen Farnen gesäumt werden. Ihr könnt Vögel zwitschern und flattern hören, eigentlich überall und nirgends. Die Augen brauchen eine halbe Stunde, um das satte Grün zu verarbeiten und die Ohren können das viele Flattern nach einer Weile besser orten. Und dann sieht man sie auch: die vielen unterschiedlichen Vöglein auf den Zweigen in den Büschen und Baumkronen. Spatzen, Weka, Kaka, Bellbirds…so erlebt man Ulva Island – ein kleines Paradies für zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten. Wir sind bereits um 9 Uhr morgens mit einem kleinen Boot rüber gefahren und haben achtgegeben, dass keine Rate an Bord ist. Die doc-Ranger investieren viel Zeit und Geld, um Ulva Island möglichst ganz frei von Raten zu halten. Bevor die Raten eingeschleppt wurden hatten die Vögel in Neuseeland keine natürlichen Feinde. Sie sind wenig ängstlich und deshalb leichte Beute für Raten. Auf Ulva Island können sie zurzeit ungestört leben und es war ein herrlich sonniger Tag an dem ich unglaublich viele schöne Fotos machen konnte. Man hört dort überhaupt keine Hintergrundgeräusche, weil die Insel bis auf ein einziges Haus unbewohnt ist. Nicht, dass es in Oban viele störende Geräusche geben würde – hier fahren ja auch kaum Autos, man hört nie Sirenen und einen Zug gibt es nicht – aber auf Ulva Island ist es eben noch ruhiger. Das perfekte Ziel für alle Menschen die Ruhe suchen und leidenschaftlich gerne fotografieren.

PS: Mehr Fotos von Bäumen und Farnen auf Ulva Island findet Ihr auf der neu eingerichteten Stewart Island Seite.

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Kaka on Ulva Island
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Fern Shade

Tracks along the Coast

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Übersichtskarte zu Wanderwegen auf Stewart Island (Doc)
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Ryans Creek Track

Stewart Island is a walking paradise. I have done the Ryans Creek Track (8 km) and the Track from Braggs Bay to Horseshoe Bay via Dead Mans Beach (3,5 km) lately and I found my new favorite spot on the island! It’s such a gift to be able to live here for a mouth and discover all the places that I would miss as a tourist. Let’s praise Mother Nature with some pictures!

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Strandgut
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Flowers / Blumen

PS: There is a telephone hanging on a tree here. Call me…I was joking around in the beginning…

PPS: Later on I asked myself a difficult question: Whom would I desperately want to call, if I could call one person – no matter, if dead or alive??

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Starting Point of the Track

Küstenwanderwege

Stewart Island ist ein Paradies für wanderlustige Menschen. Ich habe in den letzten Tagen den Ryans Creek Track (8 km) und den Track von der Braggs Bay zur Horseshoe Bay über den Dead Mans Beach gemeistert. Es ist toll hier einen ganzen Monat verbringen zu können und all die Wege zu gehen, die man als normaler Reisender mit begrenzter Zeit verpassen würde. Mutter Natur ist hier so unberührt schön, dass es einem schwer fällt nicht zu fotografieren.

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Tree on an Island
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Auf den letzten Metern…

PS: Hier hängt ein Telefon an einem Baum und ich habe ein paar Spassbilder gemacht…

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Good old times…

PPS: Auf dem Weg nach Hause habe ich mich dann gefragt, wen ich den wirklich gerne anrufen würde, wenn ich könnte…also egal ob berühmt oder noch am Leben oder schon verstorben…eine schwere Frage, die von einer Minute zur anderen zur Herzensangelegenheit wurde…

Paihia and Bay of Islands

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Paihia Habour / Hafen und Strand von Paihia

Paihia is much smaller, compared with Whangarei, but the Bay of Islands catches your attention immediately and you can’t help but search the ocean for islands, boats and birds. The waterfront reminds me of Halifax in a certain way and I really like it. I made a hike to the Falls and saw a lot of birds. In fact there was a tree with so many couples of birds that I thought the perches might break under the burden.

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Birds, Birds, Birds

On my way back from that hike I passed through the area were the treaty of Waitangi was signed and talked to an old man who told me that today is not only Labor Day, but also (and more important for the people) the “real” Independence Day. They will have a meeting tonight to discuss new developments and stuff in New Zealand Society and I even saw that they are using a different flag. I’m not an expert, when it comes to history and this whole subject needs more research for sure. Paihia is kind of the birthplace of the nation and New Zealand’s most historique site (http://www.nzhistory.net.nz/politics/treaty-of-waitangi). We talked a while about politics and stuff and he finished with the phrase “What do we need money for anyway”, after telling me, that we are really far away from anything here, the weather is never too cold, the seeds grow and life can be great, if the people have a good heart. He asked me about the latest news in Europe. The apples, that the German farmers can’t export to Russia right now, because of the Ukraine crisis came up to my mind first (article in the TAZ). Irony, of course. I realized, that I haven’t fallowed any news since I’m here – no TV, no radio and no newspapers. Lot’s of time for independent thinking instead. That’s it for today…I’m really tired.

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Paihia und die Tausend Inseln

Paihia ist, im Vergleich zu Whangarei, viel kleiner, aber die Bay of Islands zieht alle Aufmerksamkeit auf sich und man kann gar nicht aufhören am Horizont nach neuen Inseln, Booten und Vögeln Ausschau zu halten. Die Hafenpromenade erinnert mich irgendwie an Halifax in Kanada und deshalb fühlte ich mich hier gleich sehr wohl. Ich habe gleich eine Wanderung zu den Wasserfällen gemacht und auf dem Weg ebenfalls viele Vögel gesehen. In einem Baum waren so viele Nester und Vögel, dass ich mir dacht die Äste müssten eigentlich unter dem Gewicht gleich durchbrechen. Als ich später mit anderen Leuten aus dem Hostel sprach, die die gleiche Wanderung gemacht haben, war ich überrascht, dass einige den Baum nicht gesehen hatten. Auf dem Rückweg habe ich einen kleinen Umweg gemacht und bin an dem Gelände mit Museum vorbei gekommen, wo der Vertrag von Waitangi zwischen den Europäern und den Maori unterschrieben wurde. Die Maori sind die Ureinwohner Neuseelands. Ich sprach mit einem älteren Herrn und er erzählte mir, dass heute nicht nur Labor Day sei, sondern auch, und das sei viel wichtiger für die Maori, der „richtige“ Independence Day. Er hat auch erzählt, dass heute Abend ein Treffen der führenden Maori stattfinden wird, wo sie wichtige gesellschaftliche Entwicklungen in Neuseeland diskutieren werden. Sie benutzen auch eine andere Flagge. Ich weiß zu wenig über die Geschichte Neuseelands und sollte die Zusammenhänge und Hintergründe mal recherchieren. Paihia ist der Ort, in dem sich die Geburtsstunde Neuseelands als Nation abgespielt hat. Wir haben noch eine Weile über Politik und aktuelle Entwicklungen gesprochen und ich erinnere mich noch gut daran, dass er mich fragte: “What do we need money for?” Wir seien doch hier weit ab von allem, das Wetter sei nie zu schlecht, die Samer gehen im Boden auf und das Leben kann großartig sein, wenn die Menschen ein gutes Herz haben. Er fragte mich auch nach Neuigkeiten aus Europa. In dem Moment fielen mir die Äpfel ein, die deutsche Bauern im Moment wegen der Ukrainekrise nicht nach Russland exportieren können. Ich hatte den Artikel in der TAZ gelesen. Seitdem ich in Neuseeland angekommen bin habe ich überhaupt keine Nachrichten mehr bewusst gelesen, gehört oder verfolgt. Da bleibt viel mehr Zeit um frei nachzudenken.

 

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Mein neue Lieblingsplatz