Category Archives: wildlife

Cape Farewell

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Felsen Farewell Spitt
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Whararki Beach am Cape Farewell

Das gefühlte Ende der Welt und der Südinsel befindet sich am nördlichsten Zipfel – ganz genau: wir sind zum Cape Farewell gefahren! Hier ist man in der Nebensaison (die nach Ostern beginnt) wirklich fast ganz für sich allein und vergisst alles. Takaka ist das letzte richtig lebendige Örtchen und wird von Hippies bestimmt und danach kommt nur noch Natur. Auf dem wunderschön gelegenen letzten Campingplatz in dieser Gegend versinkt man zwischen grünen Hügeln und wird von Schafen, Pferden, Vögeln und Roben umgarnt. Das Wetter war windig bis regnerisch bis sonnig, aber nie kalt. Es gibt mehrere tolle Wanderwege und besonders gefallen haben mir die Felsen am Wharariki Beach und die Abgelegenheit des Strandes am Fossile Point. Es gibt kein Hotel hier, keinen Supermarkt und auch keinen Handyempfang und nur ein Café hatte noch geöffnet, aber was braucht man schon, wenn man ein Zelt und ein Auto voller Leckereien hat. Nur zu empfehlen für ALLE, die Neuseelands Einsamkeit suchen.

PS: Internetverbindung ist schlecht und mit den Bildern will es nicht recht klappen.

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Sunset at Fossile Point
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Light

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Weka, Maus und Co im Abel Tasman National Park

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Abel Tasman National Park

Über Ostern haben wir in 4 Tagen den Great Walk durch den Abel Tasman National Park gepackt. Die Gegend heißt zu Recht Golden Bay, denn hier gibt es wirklich einen goldenen Sandstrand nach dem anderen und tropischen Regenwald. Die Herausforderung bei dieser, vom Department of Conservation als leicht eingestuften, 60 km Wanderung, bestand für uns darin, dass wir das Zelt mitnehmen mussten (die Hütten waren ausgebucht) und Regen angesagt war. Zum Glück hatte ich mir (ungeheurer teure) neue Wanderschuhe gekauft, sodass wenigstens die Füße immer warm blieben, aber der Reihe nach. Am ersten Tag sind wir morgens bei Nebel mit einem Water Taxi von Marahau nach Totaranui gefahren und dann in ca. 2 Stunden nordwärts bis Mutton Cove gewandert. Eine toller, wenig frequentierter Abschnitt des Tracks mit Bilderbuchbuchten. Man will eigentlich lieber schwimmen gehen, statt zu wandern. Leider lag auf diesem Weg auch ein toter Wal an einem der Strände. Wir haben später von einem Ranger erfahren, dass vor 4 Wochen ca. 80 Wale am Farewell Spit gestrandet und verendet sind und dies einer dieser Wale ist und hier hergetrieben wurde. Von Mutton Cove aus sind wir dann am nächsten Tag südwärts den ganzen Track quasi rückwärts gelaufen. Diese Entscheidung lag darin begründet, dass wir von den Gezeiten abhängig waren. Beim Abel Tasman Track muss man eine sehr große Bucht bei Ebbe passieren, weil es wirklich keinen High Tide Track gibt. So ein Fluss sieht ja erst einmal nicht so kraftvoll und tief aus, aber da täuscht man sich gewaltig. Ich hatte mir die Hose nur bis zum Knie hoch gekrempelt – lächerlich. Wir standen bauchnabeltief und schwankend im Wasser. Jeder Schritt war abenteuerlich, weil sich die Strömung barfuß nur bedingt gut meistern lässt. Unsere Rucksäcke hatten sich wunderbar vollgesogen mit Wasser und endlich auf der anderen Uferseite angekommen waren wir nass und durchgefroren. Die Survivalbags im Rucksack (übersetzt treffend Überlebenstüten) haben aber perfekt dicht gehalten und es war alles trocken!!! DOC sei Dank. Der Zeitplan war dahin (es hatte viel länger gedauert als gedacht), aber wir haben uns dann in zwei Stunden wieder warm gelaufen und in einer stock dunklen Nacht ohne Mondschein das Zelt mit einer Taschenlampe – mit plötzlichem Wackelkontakt (die Nässe?) – aufgebaut. In der Nacht gab es starken Regen und geschlafen haben wir, ob der Sorge um unser Zelt, nicht besonders. Am nächsten Morgen lagen dann die Nerven blank, weil sich Mäuse durch Nils Rucksack gefressen hatten und auch das Zelt mit zwei deutlichen Fressspuren beschädigt war. Dabei hatten wir nicht mal leckere Osterhasen oder Ostereier dabei, sondern nur Müsliriegel. Am Tag zuvor hatten schon Weka (Vögel) die Backcountry Speisen eines amerikanischen Paares zerfressen. Wir hatten, da wir das Zelt versehentlich offen gelassen hatten, eine Maus im Zelt und waren eigentlich auf der Hut, aber damit hatten wir nicht gerechnet. Alles war sehr gut verpackt und noch verschlossen. In der folgenden Nacht haben sich Mäuse durch Zelte von zwei anderen Familien gefressen, aber wir blieben verschont und konnten unsere Aufmerksamkeit wieder der Natur widmen. In Erinnerung bleiben natürlich nicht die Mäuse, sondern goldene Strände, der triefend feuchte Regenwald, schwüle Wärme, ein Lagerfeuer, eine abenteuerliche Flussüberquerung und der süße Geruch von vergorenen Äpfeln, der irgendwie in der Luft hing und wahrscheinlich von den Kanuka Bäumen herüber wehte. Doch wirklich: ein großer Spaß und nur zu empfehlen!

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Pukeko
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Mutton Cove

Wildlife in Kaikoura

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Kaikoura

Die Ostküste der Südinsel kommt in meiner Berichterstattung wirklich zu kurz. Dabei ändert sich die Landschaft jeden Tag dramatisch. Wir fahren durch trockene, goldbraune Graslandschaften (eher Wilder Westen) und sehen Salzseen und bei Blenheim dann plötzlich Weinberge und Obstplantagen. In Kaikoura drehte sich alles um die Seehundkolonien.

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Seehunde ünerall / Seals
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Seal

Wir waren dort zwei Tage unterwegs und haben unendlich viele Seehunde und deren Pups (Nachwuchs) an der Küste von Kaikoura beobachten können. Zunächst haben wir sie nur aus der Ferne gesehen, aber irgendwann stolperte man dann regelrecht über sie, weil sie es sich auch am Parkplatz in der Sonne gemütlich machen.

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Sonnenliebhaber

Man soll sich den Tieren eigentlich nicht auf weniger als 10 Metern nähern…wenn sich die Seehunde nur auch daran halten würden. Die älteren Tiere sind eher träge und schlafen viel, aber die Jungtiere schwimmen und spielen wie verrückt im Wasser oder hüpfen von Felsen zu Felsen. Es gibt hier auch einen Wasserfall, den sich die Jungtiere als Spielplatz ausgesucht haben, während die Mamas raus auf das Meer schwimmen, um Fisch zu fangen. Die Seehunde haben hier, abgesehen von den Walen, keine Fressfeinde und toben sich richtig aus. Ich wüsste nicht, wo es das in Europa noch zu beobachten gibt. Bei so viel Wildlife direkt vor der Nase braucht man dann auch keine Walbeobachtungstour mehr, die wir wegen der hohen Preise nicht gemacht haben, obwohl die Verlockung groß war. Die Bedingungen sollen hier optimal sein, weil es vor der Küste einen tiefen Meeresgraben gibt, aber jeder Spass hat seine preisliche Schmerzgrenze und die haben die Anbieter hier in Neuseeland wieder mal überschritten. (Der günstigste Anbieter lag bei 145 $ pro Person.)

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Cruising the Milford Sound

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Milford Sound

The Milford Highway SH 94 ist really great. Behind every corner you can see a new fantastic valley or an impressive mountain. We made a hike in an area that is called The Devide. It’s were four different valley meet up and when you walk up to the Key summit you have an awesome 360 degree view. It’s also the first/last hour of the Routburn Track (another great walk here in New Zealand). The village Milford itself is much less touristic then I thought. In fact it is lovely to drive down to the Milford Sound to see the sunset. It’s quiet peaceful, thanks to the fact that there are no big hotels or anything around. Driving back in the dark was an adventure, because of the tunnel and all the possums on the street. We stayed on a DOC campside (6$ per person and therefore the best option you can find here) that was not too far away and decided to drive back to Milford and do a cruise on the Milford Sound. The nature is just too beautiful not to do it. We had a glorious sunny day and enjoyed the day as much as the seals that we saw out there. In fact at was even to dry for us, because we only saw two waterfalls. It rains 180 days a year in the Milford Sound and if it rains you can see a lot of waterfalls. The Milford Track must be great as well and I will do it next time.

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Dawn after Sunset / Milford Sound

Schiff Ahoi – Der Milford Sound

Der Milford Sound Highway SH 94 ist wirklich toll. Über ca. 120 km sieht man hinter jeder Kurve ein neues Tal und schöne Blicke auf steile Bergklippen. Wir haben vom Parkplatz „The Devide“ aus eine Wanderung auf den Key Summit (erster Abschnitt des Routburn Tracks) gemacht und konnten dann in das Hollyford Valley und weitere Täler hinunter blicken. Der Ort Milford selbst ist weniger touristisch als ich erwartet hatte und der Ausblick auf den Sound ist magisch. Dort bei Sonnenuntergang, wenn alle Touristen schon wieder davon gefahren sind, Abendbrot zu essen ist ein Geheimtipp. Die Rückfahrt im Dunkeln war abenteuerlich, vor allem wegen des Bergtunnels und der zahlreichen Possums, die sich am Straßenrand rumtreiben. Zum DOC Campingplatz (6$ pro Person/Nacht und preislich unschlagbar) auf halber Strecke war es zum Glück nicht allzu weit. Wir haben dann spontan beschlossen die Bootsfahrt auf dem Milford Sound am nächsten Tag doch zu machen, weil man so die Natur dort im Fjord intensiver wahrnehmen kann. Natürlich hatten wir perfektes Wetter und haben uns wie die Seelöwen die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Es war uns beinahe etwas zu wenig Wasser im Fjordland mit den nur zwei großen Wasserfällen. Dabei regnet es hier doch an 180 Tagen Bindfäden…der Milford Track muss wunderschön sein und irgendwann werde ich den auch noch wandern.

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Sea Lion / Milford Sound

Berge, Fjorde, Wald – Der Kepler Track

Bei Sonnenschein endlich die Baumgrenze erreichen und den Ausblick genießen – befreiend! Mit Ranger Peter Jackson den Sternenhimmel über der Luxmore Hut entdecken – magisch! Morgens um 7h30 den Sonnenaufgang erwarten – schön! Den Pass meistern und sich durch den grünen Wald zur Iris Burn Hut vorarbeiten – sportlich! Danach im Fluss baden und den Wasserfall bestaunen – erfrischend! Den Kepler Track nach 4 Tagen glücklich beenden – unbeschreiblich!

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Baumgrenze / Te Anau

 

 

 

 

 

 

First views after a long day…

Egal wo, geht wandern ihr Lieben! Raus aus dem Büro, hoch vom Sofa und draußen durchatmen. Wir haben den 60 km langen und wunderschönen Kepler Track hier im Fjordland in vier Tagen gemeistert, während der schnellste Läufer (den Rekord hält derzeit ein Australier) das in 4h30 schafft. Auf den Bergspitzen habe ich mich manchmal gefragt, wie das nur möglich ist. Dann habe ich mir wieder gesagt, dass die Läufer eben Sport treiben und nicht unbedingt lange die Ausblicke genießen wollen. Ich hingegen bleibe immer wieder träumend stehen und bewundere den nächsten vor mir liegenden Anstieg, das Tal oder die Kea (große Vögel und Luftakrobaten / nicht zu verwechseln mit den Kaka auf Stewart Island) und ich komme ja immer an mit meinem Rucksack.

Erste Unterkunft in Sichtweite.

Womit wir auch schon bei den Hütten währen, über die man sich sehr freut und die alle sehr gut ausgestattet sind – mit Rangern die gerne Geschichten erzählen, Kochern in der Großraumküche und Matratzen in den Schlafräumen. Nach dem „großen“ Dinner mit netten Gesprächen, vor allem mit lebensfrohen Menschen wie Elke, und einer langen Nacht (das Solar betriebene Licht geht um 22 Uhr aus) wäre man am Morgen noch zufriedener, wenn nicht alle so verdammt früh aufstehen und mit ihren Plastiktüten nerven würden. Ich weiß nicht warum es alle immer so eilig haben. Was macht ihr Wanderer ab 15 Uhr in der Hütte, wo ihr doch noch die Ausblicke und den grünen Wald genießen könntet?

Sonnenaufgang auf dem Kepler Track

Ich bin auch vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil ich den unebdingt sehen wollte hier oben, aber da waren wie gesagt einige schon auf dem Weg!

Ach ja: das Wort REGEN ist noch nicht gefallen, weil wir bis jetzt weiterhin Glück haben mit dem Wetter. Einen Tag nachdem wir den Pass gemeistert hatten, hat es dort oben geschneit, aber wir sind trocken geblieben. Morgen wollen wir Richtung Milford Sound fahren und eine Tageswanderung machen. Das Auto fährt und sieht jeden Tag besser aus. Wir hoffentlich auch! Fotos folgen. Die Internetverbindung hier schafft das nicht und wir muessen auschecken. Liebe Gruesse!

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Sonnenaufgang / Luxmore Hut

M³ – Nut bars, Sandflies and Mud

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Bungaree Hut

4 Days in the woods, 3 nights in a tent, 44 km, 2 survival bags, 8 dishes of freeze dried food, 24 nut bars and 4 apples for two persons. It rained the day before we left and I thought as far as my feed will carry me while I packed my backpack for the Rakiura Track and my first real outdoor adventure. This track is an easy great walk located on Steward Island, but I booked it with one extra stop via the Northern Circuit (a Backcountry Track) to the Bungaree Hut to make it a little more difficult. Altogether we walked 42 km and the wild muddy part was a lot of fun. Lot’s of sandflies through: “Hunters hunt the sandflies. Two million will make a steak.” (Note at the Bungaree Hut). The adventured almost failed, because we had no bed rolls, but finally we manage to borrow two bed rolls from a hostel. We have been on the track in the late afternoon and guess what: we had sunshine for two days from that moment on. Only on the last day, when we walked from North Arm Hut back to Oban it was cloudy. The bay around the Bungaree Hut was ours only and we made a campfire on the beach. I went swimming in the ocean and we even saw dolphins in the bay in the morning. It was so beautiful that we thought about going to Christmas Village Hut (next stop on the wild Northern Circuit) instead of finishing the great walk, but at the end we decided to go back. I will do it next time, with more backcountry experience and better equipment. The soles of my hiking boots are falling apart. I haven’t seen Kiwis either on the track although I heard then at night, so that would be another good reason to come back. It is great to walk around in the middle of the night and be scared be other people who are also looking for Kiwis and of cause they were lucky enough to spot them: „Next to the stairs, but that Kiwi could be everywhere now.” Right…maybe next time!

M³ – Müsliriegel, Mücken und Matsch

4 Tage waren wir unterwegs, 3 Nächte im Zelt, insgesamt 44 km, 2 Survival Bags, 8 getrocknete Mahlzeiten, 24 Müsliriegel und 4 Äpfel für zwei Personen. Soweit mich meine Füsse tragen hatte ich mir im Stillen gedacht, als es am Vortag regnete und wir unsere Rucksäcke für die erste mehrtägige Wanderung packten. Der Rakiuara Track wartete auf uns – ein Great Walk auf Stewart Island – und ich hatte den Track mit einem extra Abstecher zur Bungaree Hut an einer einsamen Bucht gebucht. Dabei verlässt man den gut ausgebauten Great Walk (32 km) und wandert ca. 6 km den Northern Circuit, ein Backcountry Weg durch urigen Regenwald über Wurzeln, kleinere Wasserfälle und durch zum Teil matschiges Gelände. Zunächst drohte das Abenteuer an Isomatten zu scheitern, aber wir konnten uns dann doch welche im Hostel ausleihen und tatsächlich hatte es sich ausgeregnet am Vortag und wir hatten drei Tage fast nur Sonnenschein auf unserer Tour von der Lee Bay, über den Maori Beach, Port William Hut, Bungaree Hut, zurück zu Port William und dann weiter über North Arm Hut und Kaipipi Bay nach Oban. Die Bucht bei Bungaree Hut hatten wir ganz für uns allein und mit Lagerfeuer am Strand in einer klaren Vollmondnacht und Delfinen am Morgen in der Bucht war es viel schöner, als wir uns hätten ausmalen können. So schön, dass wir geneigt waren den wilden Northern Circuit bis Christmas Village weiter zu wandern und den Great Walk abzuhaken, aber das haben wir dann doch nicht gemacht. Ein andern mal mit etwas mehr Backcountry Wandererfahrung und noch besserer Ausrüstung. Meine Wanderschuhe sind tatsächlich durchgelaufen und ohne Profil wird so mancher matschiger Hang zur rutschigen Angelegenheit. Außerdem gab es dort auch so viele sandflies. Wie es in der Hütte am Aushang stand: „Hunters, hunt the sandflies! 2 Millions make a steak.“ Es waren insgesamt tolle Stunden im grünen Dickicht und mit den Fischern und Elena und Martin im Gespräch…die zwei haben tatsächlich mit den Fischern Haie geangelt! Nur Kiwis haben wir leider nicht gesehen, obwohl wir in finsterer Nacht auf den Wegen entlang geschlichen sind und die Ohren gespitzt haben. Auch ein großartiger Moment, wenn man dann plötzlich im Wald andere Kiwibeobachter trifft, die auch durch die Gegend schleichen…und einem dummerweise erzählen sie haben vor einer halben Stunde einen Kiwi gesehen. „Next to the stairs, but that Kiwi could be everywhere now.” Right…maybe next time! I will come back! Heute verlasse ich die Inseln nach ca. 6 Wochen und bin ganz glücklich, dass hier so eine tolle Zeit hatte. I really need to thank Deanne and Chris for this great lifetime opportunity and their hospitality. It was a pleasure to live and work here! You rock!

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Our Backpacks

Taste of Stewart Island

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Crey Fish

Time flies and my five weeks at the Church Hill Restaurant will come to an end soon. It is a pleasure to work with Deanne and Chris and unbelievable to see how hard they work here to make it all work out. Keep in mind that living on an island is difficult and you really need to plan ahead. You also need to grow your own vegetables/fruits and eatable flowers and make everything you need by yourself to surprise your costumers, if you want to run a high end restaurant like this one. The selection of the only local supermarket here on Stewart Island is not an option at all. I learned a lot about the different dishes: the famous Stewart Island Mutton Birds, Blue Cod, Titi Potstickers, Paua Ravioli, Mussel Patties, Crey Fish, natural Qysters, Kil Patrics, After Dinner Delight and Rhubarb-Apple-Crumble – to name a few of the entrees, mains and desserts that Deanne and Chris have on their tasty menu. Makes you hungry, doesn’t it? The last few days, we had almost no rain which also means that we are short on water at the moment. That is another thing that I learned while living here. The resources are very valuable. If your water tank is empty you gonna have a problem until it rains again and energy for example is much more expensive here, compared to the main land. The remoteness of an island implicates a beautiful nature to experience, but we should all try to keep in mind, that the local people invest a lot of time and effort to help make the island and interesting place to visit. So what I learned is, that the last thing they wanna here is: “Year it was nice, but really expensive.” I am looking forward to enjoy the last couple of days of my stay here and guess what: I will be in good company for my first great walk! Nils is taking a flight today and will join me on the road in New Zealand from March 1 onwards. First stop is Stewart Island and if the weather allows it, we gonna do the 3-day hike here. I am pretty excited to do that and to carry all the food and camping gear that I will need to survive in the wilderness for three days. I walked down to the waterfront yesterday around 11 pm and the darkness scared me. I guess I need to multiply that by ten to imagine how it will be out there with no street lighting at all and surrounded by animals that make mysterious noises.

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Crey Fish zubereitet

Der Geschmack von Stewart Island

Die Zeit vergeht wie im Flug und meine Zeit hier im Restaurant und auf Stewart Island nähert sich dem Ende. Es ist eine Freude hier zu arbeiten und krass mitzuerleben, wie viel Zeit und Herzblut Deanne und Chris in ihren kleinen Lebenstraum stecken. Ich muss mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass es für die Einheimischen wirklich nicht einfach ist auf einer Insel zu leben. Man muss sehr genau planen was man braucht, Dinge bestellen und vor allem viel Gemüse/Obst und essbare Blüten anpflanzen, um seine Gäste hier mit Köstlichkeiten zu überraschen. Der örtliche Supermarkt ist da keine Hilfe. Ich habe viel über die lokalen Speisen lernen können. Über die berühmten Stewart Island Mutton Birds (tatsächlich eine Vogelspezialität), Blue Cod (Fisch), Titi Potstickers, Paua Ravioli, Mussel Patties (eine Art Muschelfrikadelle), Crey Fish (Hummer), natural Qysters (Austern), Kil Patrics (Austern mit einem Hauch von Schinken und Käse), After Dinner Delight (eine Pfefferminz-Schokoladen-Haselnusstorte) und Rhubarb-Apple-Crumble (Rhabarber-Apfel-Kompott mit Eis und Sahne), um nur mal einige Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen zu benennen, die Deanne und Chris auf ihrer tollen Speisekarte haben und die ich hier kennenlernen durfte. Da wird man doch gleich hungrig, oder? In den letzten Tagen hatten wir kaum Regen, was wiederum auch bedeutet, dass wir nur noch wenig Wasser zur Verfügung haben. Das ist auch etwas, das ich hier nochmal besser verinnerlicht habe. Ressourcen sind sehr wertvoll. Wenn der Wassertank leer ist hat man ein Problem bis der nächste Regen kommt und Strom ist zum Beispiel auf der Insel um ein mehrfaches teurer als auf dem Festland. Das sind alles Sachen, die man als Tourist gerne mal vergisst. Die Abgelegenheit einer Insel macht ihren Reiz und die Schönheit der Natur aus, aber damit einher kommen die logistischen Schwierigkeiten. Die Einheimischen investieren viel Mühe, Zeit und Geld und machen die Insel, dank ihrer Entscheidung dort zu leben, erst für uns Reisende interessant und bisweilen zum Sehnsuchtsort. Mit Dörfern in ländlichen Regionen verhält es sich ähnlich, aber das nur am Rande. Auf jeden Fall habe ich verstanden, dass Insulaner am wenigsten hören wollen: „Ja, war ganz schön, aber sehr teuer alles.“ Das ist einfach zu kurz gedacht und hat mir dem Erlebten meist wenig zu tun. Ich freu mich sehr auf meine letzten 10 Tage oder so hier und auf meinen ersten richtigen Great Walk. Nils steigt heute in den Fliegen und sein erstes Ziel ist Stewart Island. Wenn das Wetter mitspielt können wir hier gemeinsam bei der ersten 3-Tages-Wanderung unsere Grenzen austesten. Bin man gespannt, wie es ist, sein ganzes Essen und die Campingausrüstung durch die Wildnis zu schleppen. Gestern war ich um 23 Uhr am Hafen und die Dunkelheit hat mir doch ein wenig Angst gemacht. Wie muss es erst im Nirgendwo sein, wo es dann wirklich gar keine Straßenbeleuchtung mehr gibt und man überall diese ganzen Tiere hört und nur noch Sterne sieht. Ich werde berichten!

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Natural Oysters / Austern
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PS: Und dem Kaka schmeckt es auch…hier bei dem Versuch meine Marmelade zu ergattern!

Sonnige Seegras- und Haifischgedanken

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Maori Beach

Bei strahlendem Sonnenschein habe ich mich heute nochmal auf den Weg zum Maori Beach gemacht. Diesmal ohne Mädels, aber dafür hatte ich meinen Hula Hoop dabei (nicht das das ein guter Ersatz für Euch wäre…) und es gibt bei einem so tollen Wanderweg immer etwas Neues zu entdecken. Auf dem Hinweg hatte ich Flut und gegen Abend war dann Ebbe, sodass ich alle Meeresspuren ganz frisch fotografieren konnte. Entstanden sind zahlreiche Fotos von schimmernden Wellen im Sand und Seegrasresten. Hier, rund um Stewart Island gibt es die meisten Seegrassorten in ganz Neuseeland.

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Abendsonnenschein bei Ebbe
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Seegras

Dabei fällt mir ein, dass ich auch noch etwas anderes berichten wollte. Mir ist zu Ohren gekommen, dass es hier rund um Stewart Island / Rakiura tatsächliche einige Haie gibt. Um nicht zu sagen, die Gegend steht auf der Liste der besten Orte, um Haie zu sehen auf Platz 3. Man kann im Ort auch tatsächliche eine „Hai-Beobachtungstour“ buchen. Dabei wird der interessierte Mensch in einem Käfig gesichert und der Hai wird mit Futter angelockt. Hautnaher Nervenkitzel. Die Sache ist im Ort zu Recht umstritten, weil die Haie sehr wahrscheinlich ihr natürliches Verhalten ändern. Sie lernen schnell und assoziieren (Hai-Entertainment)Boote mit Futter, was die Fischer gar nicht gut finden. Die HaifischUNTERNEHMER (doppeldeutig – auf der ganzen Welt – grins) streiten das natürlich ab, aber wenn man ein wenig mitdenkt scheint mir das eine logische Argumentation zu sein. Ich übrigens werde mein Schwimmverhalten, ob dieser Neuigkeiten, nicht ändern und war heute wieder im eiskalten Nass. Es war einfach zu verlockend schön am Maori Beach und das Leben ist eh kurz. Da ich heute einen ACHTUNG freien Arbeitstag hatte, konnte ich bei Sonnenuntergang auch noch zum Hafen spazieren. Man kann dort mit etwas Glück Pinguine beobachten, aber ich habe nur andere Zweibeiner gesehen, die auch auf der Lauer waren.

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Die Beobachter

Mir wurde schnell langweilig und ums Eck saß ein alter Mann auf seinem Boot und beobachtete das Treiben. Ja ja, sagte er…er habe dort gestern gegen 22h30 Pinguine gesehen…ich konnte keine zwei Stunden warten, weil mir eh schon kalt war und als er davon berichtete, dass er neulich einen toten Pinguin gefunden und das Brustfleisch gegessen habe, wurde es mir mit der Stimmungslage zu düster. Er habe den Pinguin tot gefunden – nicht getötet, aber eben ganz frisch und das Brustfleisch sei sehr zart, wie manche Tierherzen. Ich sei Vegetarierin habe ich noch hinzugefügt und mich dann strahlend verabschiedet. Schöne Träume allerseits!

Paua and Beaches – Days on Stewart Island

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On my way to maori Beach

I already spent a view days on Stewart Island and sometimes I feel like Robinson Crusoe – especially, when I have a beautiful beach for my own. The first two days we had perfect sunshine and the girls (Barbara, Sarah and Domi) where here on the island as well, so we walked to Maori Beach together. The turquoise bays and sandy beaches are very impressive and you can’t do anything but wonder how peaceful and beautiful this island is.

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The Place I call my new home in February – Oban / Stewart Island

Oban, the only little town here, has about 300 inhabitants and some tourists arrive every day by ferry, but that’s about it. It’s very calm really and I haven’t met a lot of Germans neigther. I started to work here in a restaurant that’s called Church Hills Restaurant and Oyster Bar. It’s a lovely little place with a familiar atmosphere. Most of the food is homemade (like the pasta, the breads and the desserts) and they even grow their own vegetables, salats, berries and spicies in the garden. It’s not about the money, but about the experiences for the costumers really. The owners Deanne and Chris are hearty people and they wish that their guests have a great evening here with fantastic food to taste and an excellent service to experience. It’s a very rare attitude nowadays, but the people who find their way to this little place really love it – myself included. I live next door to the restaurant and have two small rooms for my one. I work from 6 pm till late in the kitchen, but it’s not stressful, because they limit the number of costumers to the number that we can handle. Every plate is a little artistic masterpiece with a flower as a decoration and things like that. We often eat together after work and I learn a lot about the Kiwi way of life finally. Two days ago Chris and I, we drove to the bay to get some fresh Paua and Crayfish. It was too cold for me to go diving or swimming, so I spent the time in the kayak and just gazed at the Paua, because they move so smooth. This morning I went swimming to wake me up. I can highly recommend Stewart Island! You will find the places here that you have in mind when you start thinking about traveling to New Zealand.

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Fresh Paua (Muscheln)

Paua und Strände – Tage auf Stewart Island

Nun bin ich bereits seit einigen Tagen auf Stewart Island im Inselfieber und fühle mich manchmal wie Robinson Crusoe. An den ersten zwei Tagen hatten wir strahlenden Sonnenschein und zufällig waren die Mädels (Barbara, Sarah und Domi) auch auf der Insel und wir konnten eine tolle Wanderung zum Maori Beach unternehmen. Die türkisfarbenen Buchten und einsamen Strände sind einfach der Wahnsinn und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Oban, das einzige Örtchen auf der Insel, ist eine 300 Seelengemeinde und täglich kommen hier mit der Fähre ein paar Touristen an, die Ruhe suchen und oft den Great Walk machen wollen. Insgesamt ist aber im Prinzip nix los und man hat die Insel gefühlt für sich allein. Man trifft auch nicht mehr viele Deutsche! Ich habe hier angefangen in einem Restaurant (Church Hill Restaurant and Oyster Bar) zu arbeiten und es ist alles sehr familiär und stressfrei. Nach 3 Monaten in Neuseeland erlebe ich hier nun mein persönliches Kiwi-Gastfreundschaftswunder. Die Besitzer Deanne & Chris sind Lebenskünstler und machen es mir so unglaublich leicht mich wie zu Hause und willkommen zu fühlen. Ich wohne hinter dem Restaurant in zwei kleinen eigenen Zimmerchen, von 18 bis 22 Uhr helfe ich in der Küche und danach sitzen wir zusammen und essen gemeinsam Abendbrot. Es fühlt sich eigentlich nicht wie arbeiten an. Die Beiden nehmen nur so viele Gäste an, wie Sie auch meistern können und der Service- und Qualitätsanspruch ist hier im Restaurant sehr hoch. Das Gemüse kommt oft aus dem eigenen Garten, die Pasta, die Brote, etc. alles wird hausgemacht und frisch zubereitet. Es geht weniger um Gewinn als vielmehr wirklich darum, den Gästen ein leckeres Essen vor die Nase zu setzen und zu einem rundum schönen Abend beizutragen. Jeder Teller, der unsere Küche verlässt, ist ein kleines Kunstwerk.

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Churchill Restaurant and Oyster bar in Oban on Stewart Island

Wir reden auch sehr viel über die Arbeitseinstellung der Deutschen, die Sachlickeit und manchmal vielleicht auch Verkrampftheit und was einen guten Arbeitgeber ausmacht. Ich glaube, ich hatte eine Dossis zuviel Kiwi-Frohsinn, denn ich habe vor zwei Tagen eine im nachhinein vielleicht nicht sehr clevere (unprofessionelle…) Bewerbung nach Deutschland geschickt. Es ist einfach so schrecklich langweilig sachliche Bewerbungen ans andere Ende der Welt zu schicken, wenn man gerade eine ganz andere Haltung kennen lernt. Naja egal. Das kann man glaube ich nur nachvollziehen, wenn man das selber erlebt hat und wie Chris sagen würde, wenn sie dies oder das negativ auslegen, dann willst du da auch garnicht arbeiten. Liebe Arbeitgeber, falls ihr mich googelt und auf diesem Blog landet – nehmt es alles nicht so ernst. Vor zwei Tagen war ich mit Chris in der Bucht und er hat nach „Paua“ (Muscheln) getaucht und wir haben den lebendigen Hummer geholt, den er dort in einem Käfig in der Bucht lagert. Ich war eigentlich nur im Kajak, weil mir recht kalt war, und habe die frischen Paua beäugt. Sehen aus wie Schnecken und bewegen sich auch so geschmeidig.

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Evening Bay

Gestern bin ich zum Ackers Point gewandert und heute Morgen war ich im Meer schwimmen, um wach zu werden. Ich kann Stewart Island nur jedem empfehlen! Hier findet man tatsächlich die ruhigen Buchten und Strände, die man sich ausmalt, wenn man an Neuseeland denkt.