Category Archives: Outdoor

Lunch auf dem Vulkan

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Blick von Rongitoto auf die Skyline von Auckland

Ich habe unter Backpackern oft vernommen, dass ihnen Auckland nicht gefallen hat. Nach insgesamt drei Wochen hier (Ort meiner Ankunft und Abreise) kann ich diese Meinung nicht teilen. Ganz im Gegenteil. Ich bin überrascht, wie gut mir Auckland gefällt. Das ist mir in dieser finalen Woche nochmal klar geworden. In der Innenstadt begeistern mich die Vulkanhügel, Parks und multi-kulti Straßen. Außerdem ist die Nähe zu Devenport und den Inseln unschlagbar und bis Piha an der wilden Westküste braucht man auch nur 40 Minuten. Wir haben heute spontan einen Ausflug zur Insel Rongitoto gemacht und dort auf dem Vulkan – mit fantastischem Ausblick auf die Skyline – unseren mitgebrachten Kartoffelsalat verspeist. In welcher Metropole kann man Downtown eine Fähre nehmen, die einen zwanzig Minuten später auf einer nahezu unbewohnten vulkanischen Insel absetzt? Nach vier Stunden hatten wir nicht mal die Hälfte der Insel erkundet, ganz zu schweigen von den Lava-Caves. Liebe Backpacker: Wart ihr im Cornwall Park, auf dem Mount Eden, am Hafen, in Ponsonby, im Zoo oder auf wenigstens einer der nahegelegenen Inseln??? Nein. Dann hängt nicht auf dem Hostelsofa rum, sondern geht spazieren.

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10 Meter bis zum Meer – Coromandel Peninsula

Die letzten Urlaubstage vor der Abreise in Auckland haben wir auf der Coromandel Peninsula verbracht. Diese schöne Ecke auf der Nordinsel hatte ich bis zum Schluss aufgeschoben, weil das Wetter hier auch im Herbst noch Sonne verspricht und man sich am Hot Water Beach eine heiße Badewanne bauen kann, wenn einem doch mal kalt wird. Das Örtchen Hahei ist ein Paradies für Surfer und unser Campingplatz lag wieder direkt am Meer. So waren wir morgens schwimmen und haben bei Sonnenschein die berühmte Cathedral Cove erkundet. Nur mit der Badewanne am Strand wollte es nicht klappen, weil die Wellen auch bei Ebbe so kräftig waren, dass das kalte Wasser einem immer entgegen peitschte und wir uns trotz Schaufel kein Loch am Hot Water Beach buddeln konnten. Gespürt haben wir die vulkanischen Aktivitäten schon, denn an manchen Stellen hatte man das Gefühl Sand und Wasser kochen, aber Entspannung wollte sich bei dem Gezeitenwetterstress nicht einstellen. Wir sind dann noch für zwei Nächte über Colville bis nach Port Jackson, ganz im Norden dieser Halbinsel gelegen, gefahren. Die Abgeschiedenheit ist wunderschön, solange man nicht, wie ich, aus Unwissenheit beim vorbereiten des Abendessens rohe grüne Bohnen knabbert. Irgendwann sagte mir Nils das Bohnen roh giftig seien. Ich habe die halbe Nacht wach gelegen und darüber nachgedacht, ob sich an diesem Beispiel zeigt, dass die soziale Herkunft das Bildungsniveau entscheidend beeinflusst. Ich habe überlebt und wir haben über die Schlagzeile „Deutsche Touristin stirbt in NZ an Bohnenvergiftung“ gelacht. Alles steht heute auf den Verpackungen („Die Füllmenge kann technisch bedingt variieren…“ blabla), aber das ein Gemüse roh in hohem Maße giftig ist und schon fünf Bohnensamen reichen, um eine tödliche Vergiftung herbeizuführen, dass steht nicht auf der Verpackung. Nun denn: Möge ich weiter dazu lernen und die Allgemeinbildung auf der Welt erhalten bleiben.

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Cathedral Cove

Whanganui River Road and Tongariro

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Wolken im Tongariro Nationalpark

Driving out of Wellington was kind of stressful, because after all these weeks in the wilderness we are not used to traffic anymore, not to speak about the fact, that the Kiwis are still driving on the wrong side. Where are all the cars/people coming from anyway? Not sure, but we quickly had enough and decided to drive down to Taupo via the Whanganui River Road and that was a fantastic decision. You end up alone in a beautiful valley and you fallow the river to a mill, to a maori settlement and to a village called Jerusalem. I also discovered the Tongagrio National Park in a different way this time. Thanks to Monti we were able to stay on a DOC campsite for two nights. The crystal clear sky was perfect to observe the stars, but it was bitterly cold to sleep on latitude of 1000 meters. We did half of the Tongariro crossing again and spent a day in Iwikau Village fallowing the footsteps of the Lord of the Ring crew. The crew stay at the Chateau Hotel Tongariro for a few weeks to shoot the scenes of Mordor in the mountains. It is a spectacular scenery and it was a pity the Mount Ruapehu was hidden in clouds all day long.

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Berge bei Iwikau

Auf der Nordinsel sind deutlich mehr Autos unterwegs und aus Wellington raus zu fahren hat uns leicht gestresst. Wir sind es nach all den Wochen in der Wildnis nicht mehr gewohnt im Stadtverkehr unterwegs zu sein. Die Kiwis fahren auch immer noch auf der falschen Straßenseite und daran gewöhnt man sich einfach nicht. Wir haben recht schnell wieder abgelegene Strecken ausgesucht und sind die Whanganui River Road gefahren. Das ist eine tolle Strecke die einen quassi allein in ein wunderschönes Flusstal führt und zu einer Maori Siedlung und einem Dörfchen namens Jerusalem. Auch die Tage im Tongario National Park waren toll, weil wir dank Monti auf einem DOC Campinglatz auf 1000 Meter Höhe zelten konnten. Die sternenklaren Nächte waren sehr schön und bitter kalt, aber morgens ist das Flusswasser sehr belebend und beim wandern wird einem auch wieder warm. Das Tongario Crossing haben wir bis zum roten Krater (etwa die Hälfte) gemeistert und den Folgetag in Iwikau verbracht. Die Herr der Ringe Filmcrew hat mehrere Wochen im Chateau Hotel Tongariro gewohnt und in den Bergen dort die Mordor Szenen gedreht. Es ist eine karge, vulkanische Landschaft und man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss hier zu drehen. Mount Ruapehu hat sich die meiste Zeit mystisch in Wolken gehüllt, aber das hatte auch etwas.

Cape Farewell

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Felsen Farewell Spitt
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Whararki Beach am Cape Farewell

Das gefühlte Ende der Welt und der Südinsel befindet sich am nördlichsten Zipfel – ganz genau: wir sind zum Cape Farewell gefahren! Hier ist man in der Nebensaison (die nach Ostern beginnt) wirklich fast ganz für sich allein und vergisst alles. Takaka ist das letzte richtig lebendige Örtchen und wird von Hippies bestimmt und danach kommt nur noch Natur. Auf dem wunderschön gelegenen letzten Campingplatz in dieser Gegend versinkt man zwischen grünen Hügeln und wird von Schafen, Pferden, Vögeln und Roben umgarnt. Das Wetter war windig bis regnerisch bis sonnig, aber nie kalt. Es gibt mehrere tolle Wanderwege und besonders gefallen haben mir die Felsen am Wharariki Beach und die Abgelegenheit des Strandes am Fossile Point. Es gibt kein Hotel hier, keinen Supermarkt und auch keinen Handyempfang und nur ein Café hatte noch geöffnet, aber was braucht man schon, wenn man ein Zelt und ein Auto voller Leckereien hat. Nur zu empfehlen für ALLE, die Neuseelands Einsamkeit suchen.

PS: Internetverbindung ist schlecht und mit den Bildern will es nicht recht klappen.

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Sunset at Fossile Point
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Light

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Weka, Maus und Co im Abel Tasman National Park

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Abel Tasman National Park

Über Ostern haben wir in 4 Tagen den Great Walk durch den Abel Tasman National Park gepackt. Die Gegend heißt zu Recht Golden Bay, denn hier gibt es wirklich einen goldenen Sandstrand nach dem anderen und tropischen Regenwald. Die Herausforderung bei dieser, vom Department of Conservation als leicht eingestuften, 60 km Wanderung, bestand für uns darin, dass wir das Zelt mitnehmen mussten (die Hütten waren ausgebucht) und Regen angesagt war. Zum Glück hatte ich mir (ungeheurer teure) neue Wanderschuhe gekauft, sodass wenigstens die Füße immer warm blieben, aber der Reihe nach. Am ersten Tag sind wir morgens bei Nebel mit einem Water Taxi von Marahau nach Totaranui gefahren und dann in ca. 2 Stunden nordwärts bis Mutton Cove gewandert. Eine toller, wenig frequentierter Abschnitt des Tracks mit Bilderbuchbuchten. Man will eigentlich lieber schwimmen gehen, statt zu wandern. Leider lag auf diesem Weg auch ein toter Wal an einem der Strände. Wir haben später von einem Ranger erfahren, dass vor 4 Wochen ca. 80 Wale am Farewell Spit gestrandet und verendet sind und dies einer dieser Wale ist und hier hergetrieben wurde. Von Mutton Cove aus sind wir dann am nächsten Tag südwärts den ganzen Track quasi rückwärts gelaufen. Diese Entscheidung lag darin begründet, dass wir von den Gezeiten abhängig waren. Beim Abel Tasman Track muss man eine sehr große Bucht bei Ebbe passieren, weil es wirklich keinen High Tide Track gibt. So ein Fluss sieht ja erst einmal nicht so kraftvoll und tief aus, aber da täuscht man sich gewaltig. Ich hatte mir die Hose nur bis zum Knie hoch gekrempelt – lächerlich. Wir standen bauchnabeltief und schwankend im Wasser. Jeder Schritt war abenteuerlich, weil sich die Strömung barfuß nur bedingt gut meistern lässt. Unsere Rucksäcke hatten sich wunderbar vollgesogen mit Wasser und endlich auf der anderen Uferseite angekommen waren wir nass und durchgefroren. Die Survivalbags im Rucksack (übersetzt treffend Überlebenstüten) haben aber perfekt dicht gehalten und es war alles trocken!!! DOC sei Dank. Der Zeitplan war dahin (es hatte viel länger gedauert als gedacht), aber wir haben uns dann in zwei Stunden wieder warm gelaufen und in einer stock dunklen Nacht ohne Mondschein das Zelt mit einer Taschenlampe – mit plötzlichem Wackelkontakt (die Nässe?) – aufgebaut. In der Nacht gab es starken Regen und geschlafen haben wir, ob der Sorge um unser Zelt, nicht besonders. Am nächsten Morgen lagen dann die Nerven blank, weil sich Mäuse durch Nils Rucksack gefressen hatten und auch das Zelt mit zwei deutlichen Fressspuren beschädigt war. Dabei hatten wir nicht mal leckere Osterhasen oder Ostereier dabei, sondern nur Müsliriegel. Am Tag zuvor hatten schon Weka (Vögel) die Backcountry Speisen eines amerikanischen Paares zerfressen. Wir hatten, da wir das Zelt versehentlich offen gelassen hatten, eine Maus im Zelt und waren eigentlich auf der Hut, aber damit hatten wir nicht gerechnet. Alles war sehr gut verpackt und noch verschlossen. In der folgenden Nacht haben sich Mäuse durch Zelte von zwei anderen Familien gefressen, aber wir blieben verschont und konnten unsere Aufmerksamkeit wieder der Natur widmen. In Erinnerung bleiben natürlich nicht die Mäuse, sondern goldene Strände, der triefend feuchte Regenwald, schwüle Wärme, ein Lagerfeuer, eine abenteuerliche Flussüberquerung und der süße Geruch von vergorenen Äpfeln, der irgendwie in der Luft hing und wahrscheinlich von den Kanuka Bäumen herüber wehte. Doch wirklich: ein großer Spaß und nur zu empfehlen!

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Pukeko
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Mutton Cove

Wildlife in Kaikoura

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Kaikoura

Die Ostküste der Südinsel kommt in meiner Berichterstattung wirklich zu kurz. Dabei ändert sich die Landschaft jeden Tag dramatisch. Wir fahren durch trockene, goldbraune Graslandschaften (eher Wilder Westen) und sehen Salzseen und bei Blenheim dann plötzlich Weinberge und Obstplantagen. In Kaikoura drehte sich alles um die Seehundkolonien.

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Seehunde ünerall / Seals
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Seal

Wir waren dort zwei Tage unterwegs und haben unendlich viele Seehunde und deren Pups (Nachwuchs) an der Küste von Kaikoura beobachten können. Zunächst haben wir sie nur aus der Ferne gesehen, aber irgendwann stolperte man dann regelrecht über sie, weil sie es sich auch am Parkplatz in der Sonne gemütlich machen.

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Sonnenliebhaber

Man soll sich den Tieren eigentlich nicht auf weniger als 10 Metern nähern…wenn sich die Seehunde nur auch daran halten würden. Die älteren Tiere sind eher träge und schlafen viel, aber die Jungtiere schwimmen und spielen wie verrückt im Wasser oder hüpfen von Felsen zu Felsen. Es gibt hier auch einen Wasserfall, den sich die Jungtiere als Spielplatz ausgesucht haben, während die Mamas raus auf das Meer schwimmen, um Fisch zu fangen. Die Seehunde haben hier, abgesehen von den Walen, keine Fressfeinde und toben sich richtig aus. Ich wüsste nicht, wo es das in Europa noch zu beobachten gibt. Bei so viel Wildlife direkt vor der Nase braucht man dann auch keine Walbeobachtungstour mehr, die wir wegen der hohen Preise nicht gemacht haben, obwohl die Verlockung groß war. Die Bedingungen sollen hier optimal sein, weil es vor der Küste einen tiefen Meeresgraben gibt, aber jeder Spass hat seine preisliche Schmerzgrenze und die haben die Anbieter hier in Neuseeland wieder mal überschritten. (Der günstigste Anbieter lag bei 145 $ pro Person.)

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Ewiges Eis – Mount Cook und seine Gletscher

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Mount Cook

Wir haben dem Fjordland den Rücken gekehrt und sind über Mossburn, Queenstown (zufällig mit: Harley Davidson Treffen) und Wanaka zum Aoraki (Maori) oder auch Mount Cook genannt gefahren. Der Mount Cook ist mit über 3724 Metern der höchste Berg in Neuseeland und wunderschön gelegen am langen türkisfarbenden See Pukaki. Auf der Hinfahrt haben sich die Berge der Neuseeländischen Alpen hartnäckig in einem Wolkenkleid versteckt, aber an meinem Geburtstag blieb mir die Sonne treu. Wir haben eine entspannte Wanderung zum Müller Gletscher und zum Tasman Gletscher gemacht und die Natur war mal wieder atemberaubend. Man wird von dieser Bergkulisse mit ihren hunderten von Gletschern wirklich überwältig und das Beste ist eben, dass man keinen Hubschrauber braucht, um diese Landschaft zu erkunden. Aufgrund der Erdbeben in Christchurch 2010 und 2011 haben sich einige Eisberge gelöst, die hier – nun nur noch recht klein – im Gletschersee schwimmen. Zwei Tage später sind wird dann zum Lake Tekapo gefahren und haben den Mount John erkundet. Diese Gegend ist viel trockener und berühmt wegen des dunklen sternenklaren Himmels. Auf dem Mount John befindet sich eine Sternenwarte, aber wir haben dort einfach nur Geburtstagskaffee getrunken, weil die Preise für eine Himmelsstunde wirklich astronomisch hoch sind. Wir haben die Sterne aber auch vom Campingplatz aus gut sehen können. Inzwischen sind wir in Christchurch. Eine spannende Stadt, wenn auch von den Erdbeben 2010 /2011 schwer beschädigt. Der Beitrag folgt in Kürze…wir bleiben hier länger als geplant, weil Monti im Flachland plötzlich Probleme macht (die Kühlung???…).

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Tasman Glacier / Lake

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Berge, Fjorde, Wald – Der Kepler Track

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Baumgrenze / Te Anau

Bei Sonnenschein endlich die Baumgrenze erreichen und den Ausblick genießen – befreiend! Mit Ranger Peter Jackson den Sternenhimmel über der Luxmore Hut entdecken – magisch! Morgens um 7h30 den Sonnenaufgang erwarten – schön! Den Pass meistern und sich durch den grünen Wald zur Iris Burn Hut vorarbeiten – sportlich! Danach im Fluss baden und den Wasserfall bestaunen – erfrischend! Den Kepler Track nach 4 Tagen glücklich beenden – unbeschreiblich! Egal wo, geht wandern ihr Lieben! Raus aus dem Büro, hoch vom Sofa und draußen durchatmen. Wir haben den 60 km langen und wunderschönen Kepler Track hier im Fjordland in vier Tagen gemeistert, während der schnellste Läufer (den Rekord hält derzeit ein Australier) das in 4h30 schafft. Auf den Bergspitzen habe ich mich manchmal gefragt, wie das nur möglich ist. Dann habe ich mir wieder gesagt, dass die Läufer eben Sport treiben und nicht unbedingt lange die Ausblicke genießen wollen. Ich hingegen bleibe immer wieder träumend stehen und bewundere den nächsten vor mir liegenden Anstieg, das Tal oder die Kea (große Vögel und Luftakrobaten / nicht zu verwechseln mit den Kaka auf Stewart Island) und ich komme ja immer an mit meinem Rucksack. Womit wir auch schon bei den Hütten währen, über die man sich sehr freut und die alle sehr gut ausgestattet sind – mit Rangern die gerne Geschichten erzählen, Kochern in der Großraumküche und Matratzen in den Schlafräumen. Nach dem „großen“ Dinner mit netten Gesprächen, vor allem mit lebensfrohen Menschen wie Elke, und einer langen Nacht (das Solar betriebene Licht geht um 22 Uhr aus) wäre man am Morgen noch zufriedener, wenn nicht alle so verdammt früh aufstehen und mit ihren Plastiktüten nerven würden. Ich weiß nicht warum es alle immer so eilig haben. Was macht ihr Wanderer ab 15 Uhr in der Hütte, wo ihr doch noch die Ausblicke und den grünen Wald genießen könntet? Ach ja: das Wort REGEN ist noch nicht gefallen, weil wir bis jetzt weiterhin Glück haben mit dem Wetter. Einen Tag nachdem wir den Pass gemeistert hatten, hat es dort oben geschneit, aber wir sind trocken geblieben. Morgen wollen wir Richtung Milford Sound fahren und eine Tageswanderung machen. Das Auto fährt und sieht jeden Tag besser aus. Wir hoffentlich auch! Fotos folgen. Die Internetverbindung hier schafft das nicht und wir muessen auschecken. Liebe Gruesse!

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Sonnenaufgang / Luxmore Hut

Auf vier Rädern…

It’s almost midnight again, but I promiss I will translate the posts as soon as possible. I’m sorry!

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Leaving Stewart Island…

Die Tage sind schnell vergangen, obwohl man in Invercargill ohne Auto eigentlich nicht viel machen kann. Die Zeit vergeht deshalb so schnell, weil man sich über (s)ein Auto viele Gedanken machen kann…während man im Museum ist, bei Hitze den Queens Park erkundet, den Wasserturm bestaunt oder einfach nur Kaffee trinken geht und auf einen Anruf wartet, steigt einem das Auto schnell zu Kopf.

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Lama Cafe, Queens Park, Invercargill

Ihr ahnt es schon…Montag hatten wir uns zielstrebig zu einem Autohändler begeben, der gebrauchte Autos verkauft. Nach gut 2 Stunden und einer Testfahrt waren wir uns einig, dass der Ford Mondeo, Baujahr 1995, 114000 km, für 2495 $ für unsere Pläne ganz gut geeignet wäre. Am Dienstag haben wir dann erfahren, dass der Mondeo den in NZ beim Verkauf vorgeschriebenen Sicherheitstest nicht gleich bestanden hat. An den hinteren Rädern musste an den Bremsen nachgebessert werden und vorn mussten die Radlager/Radaufhängung (Bushes?) ausgewechselt werden. Dann die neue Information, dass die Ersatzteile in Invercargill nicht zu bekommen sind und bestellt werden müssen…und ihr werdet Euch vorstellen können, dass die Stimmung am Tiefpunkt war als es am Mittwoch hieß, es seien die falschen Teile geliefert worden…wir mussten einen weiteren Tag warten und ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt und mir ausgemalt, dass sie vielleicht nicht verkaufen wollen. Mit den Bussen ist ja doch auch alles machbar irgendwie und mit weniger Gepäck. Nur John, einem alten ruhigen Herrn der manchmal ganz leise geflucht hat, während er konzentriert den ganzen heißen Donnerstag an unserem Mondeo schraubte, haben wir irgendwie doch vertraut. Den letzten Bus, um 15h25, haben wir davon fahren lassen und um 17 Uhr waren wir tatsächlich plötzlich stolze Besitzer eines Montis. Mit dem Monti sind wir nun in Te Anau angekommen (läuft wie geschmiert) und ab morgen sind wir für vier Tage auf dem Kepler Track unterwegs. Alles ist gepackt und ich hoffe mal wieder auf Sonnenschein, weil ich mir in Invercargill weder neue Wanderschuhe noch eine neue Regenjacke gekauft habe. Ich hatte so viel Zeit, aber da gab es einfach nix vernünftiges zu einem bezahlbaren Preis.

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Darf ich vorstellen: Monti

M³ – Nut bars, Sandflies and Mud

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Bungaree Hut

4 Days in the woods, 3 nights in a tent, 44 km, 2 survival bags, 8 dishes of freeze dried food, 24 nut bars and 4 apples for two persons. It rained the day before we left and I thought as far as my feed will carry me while I packed my backpack for the Rakiura Track and my first real outdoor adventure. This track is an easy great walk located on Steward Island, but I booked it with one extra stop via the Northern Circuit (a Backcountry Track) to the Bungaree Hut to make it a little more difficult. Altogether we walked 42 km and the wild muddy part was a lot of fun. Lot’s of sandflies through: “Hunters hunt the sandflies. Two million will make a steak.” (Note at the Bungaree Hut). The adventured almost failed, because we had no bed rolls, but finally we manage to borrow two bed rolls from a hostel. We have been on the track in the late afternoon and guess what: we had sunshine for two days from that moment on. Only on the last day, when we walked from North Arm Hut back to Oban it was cloudy. The bay around the Bungaree Hut was ours only and we made a campfire on the beach. I went swimming in the ocean and we even saw dolphins in the bay in the morning. It was so beautiful that we thought about going to Christmas Village Hut (next stop on the wild Northern Circuit) instead of finishing the great walk, but at the end we decided to go back. I will do it next time, with more backcountry experience and better equipment. The soles of my hiking boots are falling apart. I haven’t seen Kiwis either on the track although I heard then at night, so that would be another good reason to come back. It is great to walk around in the middle of the night and be scared be other people who are also looking for Kiwis and of cause they were lucky enough to spot them: „Next to the stairs, but that Kiwi could be everywhere now.” Right…maybe next time!

M³ – Müsliriegel, Mücken und Matsch

4 Tage waren wir unterwegs, 3 Nächte im Zelt, insgesamt 44 km, 2 Survival Bags, 8 getrocknete Mahlzeiten, 24 Müsliriegel und 4 Äpfel für zwei Personen. Soweit mich meine Füsse tragen hatte ich mir im Stillen gedacht, als es am Vortag regnete und wir unsere Rucksäcke für die erste mehrtägige Wanderung packten. Der Rakiuara Track wartete auf uns – ein Great Walk auf Stewart Island – und ich hatte den Track mit einem extra Abstecher zur Bungaree Hut an einer einsamen Bucht gebucht. Dabei verlässt man den gut ausgebauten Great Walk (32 km) und wandert ca. 6 km den Northern Circuit, ein Backcountry Weg durch urigen Regenwald über Wurzeln, kleinere Wasserfälle und durch zum Teil matschiges Gelände. Zunächst drohte das Abenteuer an Isomatten zu scheitern, aber wir konnten uns dann doch welche im Hostel ausleihen und tatsächlich hatte es sich ausgeregnet am Vortag und wir hatten drei Tage fast nur Sonnenschein auf unserer Tour von der Lee Bay, über den Maori Beach, Port William Hut, Bungaree Hut, zurück zu Port William und dann weiter über North Arm Hut und Kaipipi Bay nach Oban. Die Bucht bei Bungaree Hut hatten wir ganz für uns allein und mit Lagerfeuer am Strand in einer klaren Vollmondnacht und Delfinen am Morgen in der Bucht war es viel schöner, als wir uns hätten ausmalen können. So schön, dass wir geneigt waren den wilden Northern Circuit bis Christmas Village weiter zu wandern und den Great Walk abzuhaken, aber das haben wir dann doch nicht gemacht. Ein andern mal mit etwas mehr Backcountry Wandererfahrung und noch besserer Ausrüstung. Meine Wanderschuhe sind tatsächlich durchgelaufen und ohne Profil wird so mancher matschiger Hang zur rutschigen Angelegenheit. Außerdem gab es dort auch so viele sandflies. Wie es in der Hütte am Aushang stand: „Hunters, hunt the sandflies! 2 Millions make a steak.“ Es waren insgesamt tolle Stunden im grünen Dickicht und mit den Fischern und Elena und Martin im Gespräch…die zwei haben tatsächlich mit den Fischern Haie geangelt! Nur Kiwis haben wir leider nicht gesehen, obwohl wir in finsterer Nacht auf den Wegen entlang geschlichen sind und die Ohren gespitzt haben. Auch ein großartiger Moment, wenn man dann plötzlich im Wald andere Kiwibeobachter trifft, die auch durch die Gegend schleichen…und einem dummerweise erzählen sie haben vor einer halben Stunde einen Kiwi gesehen. „Next to the stairs, but that Kiwi could be everywhere now.” Right…maybe next time! I will come back! Heute verlasse ich die Inseln nach ca. 6 Wochen und bin ganz glücklich, dass hier so eine tolle Zeit hatte. I really need to thank Deanne and Chris for this great lifetime opportunity and their hospitality. It was a pleasure to live and work here! You rock!

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Our Backpacks