Category Archives: North Island

10 Meter bis zum Meer – Coromandel Peninsula

Die letzten Urlaubstage vor der Abreise in Auckland haben wir auf der Coromandel Peninsula verbracht. Diese schöne Ecke auf der Nordinsel hatte ich bis zum Schluss aufgeschoben, weil das Wetter hier auch im Herbst noch Sonne verspricht und man sich am Hot Water Beach eine heiße Badewanne bauen kann, wenn einem doch mal kalt wird. Das Örtchen Hahei ist ein Paradies für Surfer und unser Campingplatz lag wieder direkt am Meer. So waren wir morgens schwimmen und haben bei Sonnenschein die berühmte Cathedral Cove erkundet. Nur mit der Badewanne am Strand wollte es nicht klappen, weil die Wellen auch bei Ebbe so kräftig waren, dass das kalte Wasser einem immer entgegen peitschte und wir uns trotz Schaufel kein Loch am Hot Water Beach buddeln konnten. Gespürt haben wir die vulkanischen Aktivitäten schon, denn an manchen Stellen hatte man das Gefühl Sand und Wasser kochen, aber Entspannung wollte sich bei dem Gezeitenwetterstress nicht einstellen. Wir sind dann noch für zwei Nächte über Colville bis nach Port Jackson, ganz im Norden dieser Halbinsel gelegen, gefahren. Die Abgeschiedenheit ist wunderschön, solange man nicht, wie ich, aus Unwissenheit beim vorbereiten des Abendessens rohe grüne Bohnen knabbert. Irgendwann sagte mir Nils das Bohnen roh giftig seien. Ich habe die halbe Nacht wach gelegen und darüber nachgedacht, ob sich an diesem Beispiel zeigt, dass die soziale Herkunft das Bildungsniveau entscheidend beeinflusst. Ich habe überlebt und wir haben über die Schlagzeile „Deutsche Touristin stirbt in NZ an Bohnenvergiftung“ gelacht. Alles steht heute auf den Verpackungen („Die Füllmenge kann technisch bedingt variieren…“ blabla), aber das ein Gemüse roh in hohem Maße giftig ist und schon fünf Bohnensamen reichen, um eine tödliche Vergiftung herbeizuführen, dass steht nicht auf der Verpackung. Nun denn: Möge ich weiter dazu lernen und die Allgemeinbildung auf der Welt erhalten bleiben.

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Cathedral Cove

Wellington – Just a Short Affair

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Oriental Parade Beach Downtown

My personal impressions after 14 days in Wellington!? I have lived in 3 different hostels (expensive and not very clean), visited 3 museums (always free entry), 2 theatres, 1 cinema, the Botanic Garden, the Parliment Buildings and I went for walks a lot. I feel like I know Wellington a bit and I like it, but it is very difficult to find a job here. The Pre-Christmas-Periode was not a good time at all. Nobody is hiring until after New Years Eve and there is almost no Christmas Shopping here, because there are simply not a lot of people in this very small country. Smetimes I walk around and I wonder where all the people are actually…the streets are deserted from time to time. Some pubs and restaurants close over Christmas. Every kiwi tries to leave the town over Christmas…most of them go tramping as they would say, when asked. You probably wonder: so what is she doing in town then…well I came up with a new plan B for christmas. I will travel to Picton tomorrow to work in a hostel. Luckily they where looking for two cleaners, so Domi (the girl that I know from Auckland and met again in Wellington) decided to join me. We are excited to discover the nature of the Marlborough Sounds and to back some christmas cockies as soon as we arrive in our new home.

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Wellington

Meine Welli-Bilanz nach 14 Tagen: 3 Museen besichtigt, 3 Hostels bewohnt, 2 Theater besucht, 1 Kino besucht, Botanischer Garten, Fuehrung im Parlament und zahlreiche Spaziergaenge auf den Spuren der Hobbits, Ich habe das Gefuehl, ich kenne mich in Wellington inzwischen richtig gut aus. Es gefaellt mir hier, aber bei der Jobsuche habe ich im Moment kein Glueck. Die Vorweihnachtszeit hat sich als wenig hilfreich erwiesen. Das Wort Weihnachtseinkaufsstress ist in Wellington angenehmerweise ueberfluessig. Anstehen muss man, wenn ueberhaupt, nur im Supermarkt. Es ist mir schon ein paar mal passiert, dass ich mich gefragt habe, wo denn all die Menschen hin sind. Alle bereiten sich auf die langen Weihnachtsferien vor und zum Teil schliessen die Geschaefte und auch einige Gaststaetten gaenzlich.  Es musste also ein neuer Plan B her fuer die Weihnachtstage und nun geht es am 15.12. nach Picton, weil ich dort ein Hostel gefunden habe, wo ich arbeiten und entsprechend kostenfrei wohnen kann. Zu meiner Freude suchen sie dort gerade zwei Leute, sodass Domi, die ich bereits aus Auckland kenne und in Wellington wiedergetroffen habe, auch mitkommen kann. Zu zweit ist man weniger allein und wir werden im neuen Hostel erstmal Plaetzchen backen. Außerdem freuen wir uns auf die Natur in den Marlborough Sounds, die einem in Wellington doch auch fehlt, wenn man kein Auto hat, um die Umgebung zu erkunden. Die Überfahrt mit der Fähre soll berühmt/berüchtigt für starken Seegang sein. Auf geht’s!

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Downtown Wellington

 

Wellington and the Movie Industry

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Welcome to “Middle of Middle Earth”. That is, what my Wellington Film Map promised and I had a very interesting day yesterday. I drove to the suburb Miramar by Bus to visit the Weta Cave Workshop and the whole neighborhood seems to work around the Movie Industry.

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Weta Cave Trolls

Weta Cave is really cool and one of the big five workshops in the world where creative minds develop fancy creatures, weapons for aliens and costumes for movies and work together with directors to offer everything from preproduction to postproduction, visual arts and special effects. In fact it is a big playground for grownups. The workshop has been around since the late 1980ies and is world famous now, because they worked together with Sir Peter Jackson to produce the Trilogies The Lord of the Rings and The Hobbit. They offer a behind-the-scenes film about the history of the workshop and I was excited to find out that they produced the costumes and stuff for Hercules and Xena. I used to watch these TV-Series a lot, when I was a teenager. The tour itself is a little short, but I still would say it is a must do for theatre and movie fans. Don’t you want to feel the gun from the movie District Nine in your hands for a few seconds? Seriously, you will learn a lot about the Art of making Science Fiction Movies and that is great. There is also an Art Deco Cinema not far away from Weta Cave that is called Roxy and there you can meet Gandalf the Grey. I continued my day with a walk along Evans Bay and up to Mount Victoria, where a scene for The Lord of the Rings was filmed on 11 October, 1999. The 360 degree view is as stunning as a movie final and that is The End.

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Weta Cave Workshop

http://wetaworkshop.com/about-us/history/

Wellington und die Filmindustrie

Willkommen im “Zentrum von Mittelerde” verspricht mein Stadtplan zur Erkundung der Filmwelten von Wellington (kostenlos in der i-Site erhältlich). Bucht bloß nicht die teure Tour. Man kann alles auf eigene Faust erkunden und viel Geld sparen. Ich bin mit dem öffentlichen Bus in den Vorort Miramar gefahren. Dort befindet sich Weta Cave, eine der fünf erfolgreichsten Filmwerkstädten weltweit, in der kreative Köpfe böse Filmkreaturen von morgen und deren Kostüme und Waffen entwickeln. Weta Cave bietet unter einem Dach von der Unterstützung bei der Ausarbeitung erster Ideen bis zur Herstellung, Bearbeitung und Nachbereitung alles an, was nötig ist, um einen guten Science Fiction Film zu produzieren. Sie haben sich außerdem auf 3D, Visual Arts und Special Effects spezialisiert. Avatar lässt grüßen und ist nur einer der vielen Filme, die hier umgesetzt wurden. Die Werkstatt wurde 1987 von Richard Taylor und Tania Rodgers gegründet und ist inzwischen wegen der Zusammenarbeit mit Sir Peter Jackson und der Umsetzung der Triologien Der Herr der Ringe und Der Hobbit weltberühmt. Man kann einen kurzen Film zur Geschichte der Firma ansehen. Es ist eine gute Einstimmung auf die geführte Führung, weil man dann die wichtigsten Filmszenen direkt im Kopf hat, die hier erarbeitet wurden. Ich war ganz fasziniert, dass hier die Kostüme und Waffen für die TV-Serien Hercules und Xena angefertigt wurden. Beide Serien habe ich als Teenagerin intensiv konsumiert. Die Tour durch die Werkstätten an sich ist mit fünfundvierzig Minuten veranschlagt und etwas kurz, aber man sieht viele Ausstellungstücke aus tollen Filmen. Die Alienwaffe aus dem Film District Nine konnte ich zum Beispiel mal in der Hand halten. Es ist ein Highlight für alle Theater- und/oder Filmliebhaber. Man weiß jeden Science Fiction Film danach mehr zu schätzen, weil man eine Vorstellung davon bekommt, wie viel Arbeit es macht, solche Filme zu produzieren. Das Gelände selbst ist nicht spektakulär, gut in die Nachbarschaft integriert und hat von außen betrachtet noch das Flair von ein paar Lagerhallen und Garagen. Nicht weit entfernt gibt es ein Art Deco Kino namens Roxy und dort kann man Gandalf treffen. Das Kinoprogramm an sich ist im Roxy’s ebenfalls empfehlenswert.

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Gandalf the Grey / The Lord of the Rings / Roxy Cinema

Ich bin dann an der Evans Bay zurück spaziert und zum Mount Victoria gelaufen. Dort wurde eine Szene für Der Herr der Ringe gedreht und der 360 Grad Panoramaausblick ist überwältigend. Sir Peter Jackson plant übrigens, wie man den Zeitungen entnehmen konnte, ein neues Filmmuseum in Wellington. Na dann, auf in die Zukunft. Ende.

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Happy on Mount Victoria

 

Windy Wellington alias Welli

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Moxies Cafe in Palmerston North

Just drove from Napier to Palmerston North and arrived in windy Wellington finally. The locals call it Welli and I am so excited to be here! Palmerston North was not worse the stop, althrough the libarary way really cool and I found some nice coffee shops an hour before I left to catch the bus. Make sure you check out George Street, if you ever end up there and the era arround Cuba Street.

Checked out some theaters in Wellington already, but unfortunatley most of the companies are on vacation (summer break)…the backyard (stage entrance) of the Opera is really cool, because of all the Graffities there. Looking for a job here to…cross your fingers for me in the next fe days.

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Train Station Wellington / Bahnhof (zur Weihnachtszeit verpackt)

Nach einem Zwischenstop in Palmerston North bin ich gestern in Wellington angekommen und freu mich sehr endlich die Hauptstadt für mich zu entdecken. Palmerston North hat wenig Eindruck bei mir hinterlassen, obwohl die Bibliothek echt klasse ausgestattet und schick ist und ich eine Stunde vor Abfahrt meines Busses noch eine nette Straße gefunden habe. Falls da mal jemand landet tut Euch selbst einen gefallen und geht in der George Street einen Kaffee trinken oder was essen. Dann ist man weniger frustriert bei der weiteren Erkundungstour. Wellington wird unter den Einheimischen liebevoll Welli genannt und ich habe schon einige Theater und Hinterhöfe erkundet. Der Hinterhof der Oper ist für Graffiti freigegeben. Leider gehen die Theater jetzt fast alle in die Spielzeitpause…ansonsten habe ich mit der Jobsuche begonnen.

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Graffiti at the Opera House

Quote of the day: “Be the change you wish to see in the world.” (Sign in Palmerston North)

 

Tongariro Alpine Crossing

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Tongariro Crossing Starting point / Hier geht es los

(Deutsche Version unten)

Taupo is the heart of the North Island in New Zealand so to speak and situated next to the biggest lake as well. I had four very sunny days here and was able to enjoy the Tongariro National Park (20 km trail). First, I did a hike to the Huka Falls and went swimming in the natural and therefore free Hot Springs next to the river.

While having dinner I had the pleasure to met Laura and she asked me, if I would like to do the Tongariro Alpine Crossing the next day. And so it happened that I stood up on November 25, 2014, at 4:30 am to “break” into the hostel kitchen through a window first, because we desperately needed food for the daytrip, right?! We, that is Laura, Leon and Marcel, left Taupo about 5:15 am and arrived at the starting point in the national park around 7:00 am to wait for our driver Leon, who drove the car to the finishing point and took a shuttle to drive back to us. It was a gorgeous morning and we finally entered the trail at about 8:15 am. The trail starts with an easy walk through the Soda Springs fallowed by a hard ascent to the South Crater.

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Mount Ngauruhoe / Der Schicksalsberg

Once there we decided to do the dangerous ascent up to Mount Ngauruhoe (2 ½ hours return), because we felt good and it seemed to be kind of a chance that you get once in your life – to klimb up an active volcano crater. It was a fascinating experience and I would like to tell everybody out there that you should do the Tongariro Alpine Crossing, if the weather conditions allow you to do it while you are in Taupo. You don’t need more than a normal fitness, good hiking boots and a strong passion to do this trip.

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On top of the World / Berspitze

You will leave the ash and the snow behind you likewise and you might think at one point on your way that you will not gonna make it, but you do and you will never forget. The colours that you gonna see, the view into the crater and though the national park to Mount Taranaki in the west are worse every step that you need to make while your muscles are burning. By the way Mount Ngauruhoe (2291 meters) is the mountain that you know from the final scene of the famous movie The Lord of the Rings. The last eruption happened in 2012, but I believe in science and as you can see on the picture we had a green light that day.

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Snowfield / Schneefeld

On our way down we use a rain jacket as a sled for the first couple of meters, but don’t slide down the whole way. It is very dangerous and we saw a serious accident happening that day. Later on you pass the Red Crater (1886 meters) and the Emerald Lakes.

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Red Crater / Roter Krater

It took us 11 hours all together, with all the breaks to makes pictures. I spent the day after that crossing on the Lake and in the Hot Springs again to relax my muscles. Not to forget the great introduction to the TimTamTradition (hot chocolate with cookies and a story) with some great folks in the hostel kitchen that night. Let me tell you life is awesome on days like these.

 Tageswanderung zum Schicksalsberg

Taupo liegt im Herzen der Nordinsel und am Fuss des größten Sees Neuseelands und zweier Vulkane. Ich hatte an allen vier Tagen hier Sonnenschein und konnte den Blick auf den Tongariro Nationalpark in ganzer Vielfalt genießen. Zunächst habe ich hier eine Wanderung zu den Huka Wasserfällen gemacht und abends in den natürlichen vorkommenden Hot Springs am Fluss gebadet. Außerdem hatte ich das Glück im Hostel Laura kennenzulernen, die mir spontan anbot am nächsten Tag gemeinsam mit zwei Jungs das Tongariro Alpine Crossing zu meistern.

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The two Craters / Blick auf die Vulkane aus der Ferne

So kam es, dass ich am 25. November, nach nur 4 Stunden Schlaf, um 4h30 aufgestanden bin. Der Tag begann damit, dass wir durch das Fenster in die Küche einsteigen mussten, weil wir ja nicht ohne unser Proviant eine solche Tagestour machen konnten. Gegen 5h15 Uhr sind wird abgefahren und um 7 Uhr waren wir am Startpunkt. Dort haben wir eine Stunde die Berge im morgendlichen Nebel bewundert auf Leon gewartet, der dankenswerterweise das Auto zum Endpunkt gefahren und mit dem Shuttle zu uns zurück gedüst ist. Gegen 8 Uhr ging es dann endlich los. Der Wanderweg führt über aktives vulkanisches Gelände und ist mit ca. 20 km plus dem Aufstieg zum Mount Ngauruhoe (2291 Metern und das ist der Schicksalsberg aus dem Film Der Herr der Ringe) recht anspruchsvoll. Dieser Vulkan ist übrigens 2012 das letzte Mal ausgebrochen, aber ich vertraue ja den Wissenschaftlern und die Ampel zeigte grün an (siehe Foto). Es war unbeschreiblich schön und vor allem muss ich sagen, dass man das unbedingt machen muss, wenn man in Taupo ist und das Wetter mitspielt. Die Farben des Vulkans, der Blick in den Krater und die Aussicht über den Wolken und bis zum Mount Taranaki im Westen sind jeden beschwerlichen Schritt durch schwarze Asche und weißen Schnee wert. Man fühlt sich tatsächlich der Erde verbunden und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man kann diese Wanderung mit durchschnittlicher Fitness, Willensstärke und etwas Vorsicht gut meistern und macht eine Erfahrung, die man sein Leben lang nicht vergessen wird. Beim Abstieg haben wir auf dem sicheren Stück eine Regenjacke als Schlitten – auch eine Gaudi – benutzt und dann ging es mühsam Schritt für Schritt ins Tal zurück. Leider wurden wir auch Zeugen eines Unfalls und ich kann jedem nur davon abraten, den ganzen Weg nach unten runter rutschen zu wollen. Man wird logischerweise einfach zu schnell und das ist dann echt gefährlich. Danach wandert man durch eine wüstenartige Gegend und wieder rauf zum nächsten Vulkan, dem Red Crater (1886 Meter) und dann kommen die türkisfarbenden Seen, die Emerald Lakes, und der lange Abstieg durch Busch- und Waldlandschaften. Insgesamt waren wir mit allen Foto- und Essenspausen 11 Stunden unterwegs, aber es ging mir erstaunlich gut und ich weiß nun, dass ich wohl auch Mehrtagestouren meistern kann. Juchu!

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View from the Red Crater / Ausblick auf die Seen

Am Tag danach habe ich am Strand gebadet und bin abends mit den Leuten vom Hostel wieder zu den Hot Springs gefahren, um die Muskeln zu entspannen und die Sterne der Südhalbkugel zu bewundern. Nicht zu vergessen die Einführung in die TimTamTradition nachts in der Hostelküche (Kekse, Kakau und eine Geschichte) und gute Gespräche. So lässt es sich leben kann ich Euch sagen und ich habe hier wirklich tolle liebe Leute kennengelernt!

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Descent / Der Abstieg…ein langer Weg

 

4 weeks in NZ

First of all: I am already 4 weeks in NZ. Can you believe it?! I can not! It might be a good night to be totally honest with you about some facts:

NZ is beautiful and you will find a Flora & Fauna that is overwhelming, but…

NZ is flooded by German travlers (stay at home or choose another country, if you don’t wanna meet Germans)

NZ is even more expensive then I ever thought it would be and

NZ has some serious environmental problems (over-fertilization, rubbish,…)

On the other side:

the people are veryyyyyy friendly

the positive vibe is awe-inspiring

and you can hike arround forever and a day (and get lost)

Secoond: I decided to leave Paihia a little earlier then I though I would, because I walked “all” the trails already and it is a really small village. No seriously…I figured, I still have about four weeks till Christmas and I hope to find another nice place and a paid job somewhere else. I don’t have a plan jet, but I will try to work it out tomorrow. Till then:

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4 Wochen on the Road

Ich bin tatsächlich schon seit 4 Wochen ind Neuseeland unterwegs! Kaum zu glauben, oder?! Das schein mir ein guter Anlass zu sein, um mal ein paar ganz ehrliche Gedanken aufzuschreiben…

Neuseeland ist wunderschön und wartet auf mit einer beeindruckenden Pflanzenwelt und Vogelvielfalt, aber…

NZ wird vollkommen überflutet von (deutschen) Backpackern (man kann sich das wirklich nicht vorstellen / wer genug von Deutschland hat, sollte entweder zu Hause bleiben oder sich ein anderes Reiseziel aussuchen – die ach so individuelle Reise ist eine totale Illusion)

NZ ist viel teurer als ich es mir je erträumt hätte und

NZ hat eine ganze Rehie von ernsthaften Umweltproblemen (Überdüngung, Wasserverschmutzung, Müll,…) – in Deutschland wird NZ denken als absolutes Traumland angepriesen, aber diese rosarote Brille ist wenig hilfreich)

Andererseits sind die Menschen hier unglaublich freundlich, die positive Grundeinstellung ist sehr inspirierend und man kann wandern gehen, bis man seine Sohlen durchgelaufen hat und hat sich immernoch nicht an den Palmen satt gesehen.

Darüber hinaus werde ich Paihia doch früher verlassen als geplant. Der Ort ist mir nach drei Wochen einfach zu klein oder es hat sich eben nicht so ergeben, wie ich es mir erhofft habe. Ich habe “alle” Wanderwege zum Teil mehrmals erkundet und brauche mehr Kultur und soziale Kontakte. Es bleiben mir gut 3 Wochen, um vor dem Weihnachtschaos ein neues Örtchen und einen bezahlten Job zu finden. Wie ich das anstellen soll ist mir noch völlig unklar, aber es wird sich ganz sicher etwas ergeben. Drückt mir die Daumen.

Der Dschungel und die Fahrt ins Schwarze

Aufgeschnapptes Zitat des Tages:

„Do you mind, if we sit outside? Are you from Antarctica? No, we are from England.”

Ich hatte einen wunderbaren Tag mit vielen Erlebnissen. War zwar noch nicht ganz fit und habe es etwas übertrieben mit meiner 14 km Rundwanderung von Paihia via Opua und Okiato nach Russell, aber es war einfach Unwissenheit, aus der ich das Beste gemacht habe. Man sollte eben nicht ohne Flyer loswandern. Mich hatte gegen 14 Uhr die Wanderlust gepackt, weil so schöner Sonnenschein war. Dachte ich lauf einfach mal (alleine) los, weil ich die Tour schon seit einigen Tagen im Kopf hatte und es hat sich gelohnt. Den ersten Abschnitt des Küstenwanderweges hatte ich schon mal gemacht.

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In Opua ging es mit der Fähre weiter und ab Okiato führt der Weg durch einen kleinen Dschungel. „Gute Fitness erforderlich“ fand ich allerdings leicht untertrieben. Es ging wirklich recht weit akut die Hügel rauf und runter – von Bucht zu Bucht eben und mit diversen Treppenstufen. Wenn man die Höhenunterschiede überstanden hat, macht einem auf dem letzten Drittel die Länge an sich zu schaffen.

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Auf dem Flyer, den ich mir auf halbem Weg erneut besorgt habe, um das Ausmaß meines Unternehmens besser erfassen zu können, heißt es: Rundwanderweg mit vielen Möglichkeiten für Start- und Endpunkte. Das leuchtete mir nicht gleich ganz ein, aber ah doch da steht es: ich kann mir an einem beliebigen Punkt, an dem der Weg eine Straße kreuzt ein Taxi rufen. Der Flyer ist wirklich großartig.

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Sunset in Russell / Sonnenuntergang in Russell

Bei Ankunft am Strand in Russell habe ich einen perfekten Sonnenuntergang beobachtet und weil die Fähre gerade abfuhr, bin ich schick in Wanderstiefeln essen gegangen. Man muss ja jede Stunde sinnvoll nutzen. Dort habe ich dann das eingangs zitierte Gespräch zwischen den Gästen und der Kellnerin aufgeschnappt und verdammt leckere Süßkartoffelbällchen mit Curry und Reis gegessen. Meine Rückfahrt mit der Fähre wurde auch noch zum besonderen Erlebnis, weil zu meiner großen Verwunderung während der Überfahrt auf dem Schiffchen kein einziges Lichtlein an war. Ja, ja, ich weiß. Die Kiwis sind umweltbewusst und wollen Strom sparen. Nicht mal ein (verdammtes) Notausgangsschild gab es, aber mal ehrlich, wo soll der Notausgang auch hinführen…in die schwarze See!? So stelle ich mir jedenfalls die Fahrt vom Diesseits ins Jenseits vor und mir fallen plötzlich die bewegenden Vorlesungsmomente von Prof. Dr. Baumbach wieder ein. Es war wirklich stock finster, was aber die ca. 30 Passagiere nicht im Geringsten störte. Mich eigentlich auch nicht. Im Gegenteil. Irgendwie war es romantisch, die kleinen Inseln hier in der Bay of Island nur erahnen zu können und die Lichter am Strand in der Ferne zu sehen. Auch in der Kabine des Kapitäns kein Licht, aber ich übe mich darin zu vertrauen. Sicher im Hafen von Paihia gestrandet bin ich dann noch Straßenkünstlern in die Arme gelaufen, die mit Feuer jongliert haben. Ich hatte es heute irgendwie mit dem Licht. Zu meiner großen Freude trug einer der Nachwuchskünstler ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Young and Hungry – Festival for New Theater. Das fand ich sehr inspirierend und habe mir auf dem kurzen Weg nach Hause neue Festivalnamen ausgedacht. Wie wäre es mit: Qualifiziert, aber bezahlt wird nicht! Theater für die nächste Generation. Oder: Talentiert und übermütig! Theater von Backpackern für Burnoutpatienten. Nicht witzig und ich bin auch nicht mehr in der Lage das jetzt ins Englische zu übersetzen.

PS: “Full Circle Day Walk, with many options for start and end points. Do as much or as little as you choose. Good level of fitness required on hilly sections.” (Auf dem ganzen Weg von Okiato nach Russell habe ich nur drei Menschlein getroffen und zwei Autos fahren sehen. Grün soweit das Auge reicht. Keine Chance nicht weiter zu wandern, aber hervorragend beschildert.)

PPS: Der Wanderweg wurde 2006 mit Unterstützung des von mir dank persönlicher Erfahrungen heiß geliebten Internaional Rotary Club eröffnet. Mehr dazu beim nächsten Kaffee.

PPPS: Es ist wirklich ein schöner Wanderweg.

 

Paihia and Bay of Islands

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Paihia Habour / Hafen und Strand von Paihia

Paihia is much smaller, compared with Whangarei, but the Bay of Islands catches your attention immediately and you can’t help but search the ocean for islands, boats and birds. The waterfront reminds me of Halifax in a certain way and I really like it. I made a hike to the Falls and saw a lot of birds. In fact there was a tree with so many couples of birds that I thought the perches might break under the burden.

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Birds, Birds, Birds

On my way back from that hike I passed through the area were the treaty of Waitangi was signed and talked to an old man who told me that today is not only Labor Day, but also (and more important for the people) the “real” Independence Day. They will have a meeting tonight to discuss new developments and stuff in New Zealand Society and I even saw that they are using a different flag. I’m not an expert, when it comes to history and this whole subject needs more research for sure. Paihia is kind of the birthplace of the nation and New Zealand’s most historique site (http://www.nzhistory.net.nz/politics/treaty-of-waitangi). We talked a while about politics and stuff and he finished with the phrase “What do we need money for anyway”, after telling me, that we are really far away from anything here, the weather is never too cold, the seeds grow and life can be great, if the people have a good heart. He asked me about the latest news in Europe. The apples, that the German farmers can’t export to Russia right now, because of the Ukraine crisis came up to my mind first (article in the TAZ). Irony, of course. I realized, that I haven’t fallowed any news since I’m here – no TV, no radio and no newspapers. Lot’s of time for independent thinking instead. That’s it for today…I’m really tired.

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Paihia und die Tausend Inseln

Paihia ist, im Vergleich zu Whangarei, viel kleiner, aber die Bay of Islands zieht alle Aufmerksamkeit auf sich und man kann gar nicht aufhören am Horizont nach neuen Inseln, Booten und Vögeln Ausschau zu halten. Die Hafenpromenade erinnert mich irgendwie an Halifax in Kanada und deshalb fühlte ich mich hier gleich sehr wohl. Ich habe gleich eine Wanderung zu den Wasserfällen gemacht und auf dem Weg ebenfalls viele Vögel gesehen. In einem Baum waren so viele Nester und Vögel, dass ich mir dacht die Äste müssten eigentlich unter dem Gewicht gleich durchbrechen. Als ich später mit anderen Leuten aus dem Hostel sprach, die die gleiche Wanderung gemacht haben, war ich überrascht, dass einige den Baum nicht gesehen hatten. Auf dem Rückweg habe ich einen kleinen Umweg gemacht und bin an dem Gelände mit Museum vorbei gekommen, wo der Vertrag von Waitangi zwischen den Europäern und den Maori unterschrieben wurde. Die Maori sind die Ureinwohner Neuseelands. Ich sprach mit einem älteren Herrn und er erzählte mir, dass heute nicht nur Labor Day sei, sondern auch, und das sei viel wichtiger für die Maori, der „richtige“ Independence Day. Er hat auch erzählt, dass heute Abend ein Treffen der führenden Maori stattfinden wird, wo sie wichtige gesellschaftliche Entwicklungen in Neuseeland diskutieren werden. Sie benutzen auch eine andere Flagge. Ich weiß zu wenig über die Geschichte Neuseelands und sollte die Zusammenhänge und Hintergründe mal recherchieren. Paihia ist der Ort, in dem sich die Geburtsstunde Neuseelands als Nation abgespielt hat. Wir haben noch eine Weile über Politik und aktuelle Entwicklungen gesprochen und ich erinnere mich noch gut daran, dass er mich fragte: “What do we need money for?” Wir seien doch hier weit ab von allem, das Wetter sei nie zu schlecht, die Samer gehen im Boden auf und das Leben kann großartig sein, wenn die Menschen ein gutes Herz haben. Er fragte mich auch nach Neuigkeiten aus Europa. In dem Moment fielen mir die Äpfel ein, die deutsche Bauern im Moment wegen der Ukrainekrise nicht nach Russland exportieren können. Ich hatte den Artikel in der TAZ gelesen. Seitdem ich in Neuseeland angekommen bin habe ich überhaupt keine Nachrichten mehr bewusst gelesen, gehört oder verfolgt. Da bleibt viel mehr Zeit um frei nachzudenken.

 

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Mein neue Lieblingsplatz

Downtown Auckland

Uhh, what a great weekend. I had “no time” to write something down, but here are some thoughts about the last days and some memories that I would like to share. There is a Coast to Coast walkway that goes from Downtown Auckland via Albert Park (Art Gallary), Auckland Domain, Mount Eden and Cornwall Park to Manukau Harbour. I have checked out the nicest spots on the way during the last couple of days. I spent Saturday in Cornwall Park with a backpacker that I met in the hostel. We girls had a little bit of sunshine, a lot of rain and a lot of fun. Green hills, strange trees and a lot of sheep too – that’s what you gonna see and you really feel like you are outside of town. We got lost a couple of times, because there some signs missing, but it’s all no big deal, because the area is so pretty that it doesn’t matter really. We even saw an orange tree and had a bite and I was very happy, though we had a lot of rain that day that ruined my new Lonely Planet. But hej, “rain keeps the land green”, right Silke!?

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Cornwall Park Auckland / my first sheep / meine ersten Schafe

Downtown Auckland

Vor lauter Aktivitäten kommen ich nicht mehr zum schreiben. Ich muss einige Tage dokumentieren. Von Downtown Auckland aus führt ein Coast to Coast Walkway über Albert Park (Art Gallary), Auckland Domain, Mount Eden und Cornwall Park nach Manukau Harbour. Die schönsten Abschnitte dieses Weges habe ich in den letzten Tagen erkundet. Im Cornwall Park habe ich bei wenig Sonnenschein und viel Regen einen wunderbaren Tag mit einer Backpackerin verbracht. Weit und breit sieht man nur noch grüne Hügel, seltsame Bäume und jede Menge Schafe und hat wirklich das Gefühl, dass man auf dem Land angekommen ist. Wir haben uns mehrmals verlaufen, wegen fehlender Schilder, aber die schönen Blicke und der Organgenbaum (inklusive Biss in eine Orange) haben alles aufgewogen und ich war auch nach dem Dauerregen am Nachmittag, der meinen neuen Lonely Planet verwaschen hat, noch bester Laune. But hej, “rain keeps the Land green”, richtig Silke!?